Aus dem Reisetagebuch – das Schlammbad

Aus dem Reisetagebuch – das Schlammbad

Zion Nationalpark, Utah, USA, 10.08.2017

 

Beim Anblick der wabernden Touristenmassen rund um die Bushaltestellen graute uns. Es war ein unglaublich heißer Morgen. Das Thermometer zeigte 39 Grad Celsius. Im Schatten.

Auf vollgestopfte Shuttlebusse voller schwitzender Menschen, überfüllte Viewpoints und überrannte Wanderwege hatten wir wenig Lust. Wir kapitulierten und verließen niedergeschlagen den Nationalpark.

Wenige Kilometer westlich fanden wir schließlich einen geeigneten Schlafplatz nahe eines kleinen, schlammigen Baches. Eine freie und noch dazu kostenlose Campingmöglichkeit so nahe am Nationalpark zu finden, glich an ein kleines Wunder! Wir waren heilfroh.

Vielleicht lag es an Langeweile oder am kleinen Sonnenstich, den wir vermutlich schon hatten, dass wir wenig später mir nichts dir nichts in den Schlammbach sprangen – pardon, “stapften” – das Wasser war nämlich nur einige wenige Zentimeter tief. Und braun. Und voller Steine und klitzekleiner Würmchen. Aber es war kalt und in jenem Moment war es für uns der schönste Ort der Welt.

Es war einer dieser Momente, in denen wir ganz für uns waren. Wir, die vom Himmel brennende Sonne, die braune Brühe, die wir uns mit unseren Wasserkanistern über die Köpfe gossen, unser Van, der unter einem Baum voller Ameisen parkte und die Berge am Horizont.

 

 

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