Aus dem Reisetagebuch – die Sintflut

Aus dem Reisetagebuch – die Sintflut

FEUERLAND, CHILE 05.03. 2017

Das Wetter wurde schlechter. Ein düsteres Gewitter türmte sich nur wenige Kilometer vor uns auf. Grelle Blitze erleuchteten den Horizont. Starker Wind wiegte unser Auto hin und her. Schon bald strömte es wie aus Kübeln – eine Sintflut.

Wir waren auf den Weg nach San Sebastián – unseren ersten chilenischen Grenzübergang im Herzen Feuerlands aka irgendwo im Nirgendwo.

Die Straßenverhältnisse verschlechterten sich rapide. Tiefe Schlaglöcher und Pfützen, Matsch und Schlamm – nicht gerade traumhaft, dafür sehr abenteuerlich!

Wir beschlossen eine kleine Pause einzulegen. Wir parkten am Straßenrand und kletterten von den Vordersitzen nach hinten. Wir aßen Käsebrote. Wir lauschten dem Regen. Und den vorbeirauschenden Lkws.

Dumpfes Donnern erfüllte den Himmel.

Ich sah zu Lukas. Er kaute gerade auf einem riesen Stück seines Sandwichs herum und lächelte mich an.
Und da war er: einer dieser ganz besonderen Momente.

Diese besonderen Momente zwischen prasselnden Regentropfen, überfluteten Schlammpisten, Lkws und Käsebroten. Diese besonderen Momente zwischen dir und mir. Diese besonderen Momente, die von außen betrachtet vielleicht gar nicht so besonders, so hübsch und perfekt aussehen und doch so viel bedeuten. Diese besonderen Momente, an denen man sich auch noch Jahre später erinnert – auch wenn sie noch so banal waren.

Wir zwei und unsere Käsebrote auf der schlammigen Reise in ein neues Abenteuer.

 

 

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