Aus dem Reisetagebuch – ein bisschen sandig, dafür abenteuerlich

Aus dem Reisetagebuch – ein bisschen sandig, dafür abenteuerlich

CHILE, 20.03.2017

Wir bogen links auf eine schmale Schotterpiste. Sie führte uns kreuz und quer durch menschenleeres Gebiet. Klitzekleine Vögelchen flogen in Scharen um die niederen Hecken am Straßenrand. Immer wieder hoppelte ein wildes Häschen über die Straße.

Schließlich kamen wir zu einem Fluss – einem ziemlich trüb gelben Fluss. Unsere Wasservorräte für die Dusche und das Abspülen waren schon seit einigen Tagen aufgebraucht – sprich: das schmutzige Geschirr stapelte sich bereits im kleinen Waschbecken. Also griffen wir beherzt zu und füllten all unsere Kanister und Beutel mit dem sandigen Flusswasser.

Wenig später fanden wir direkt an der Schotterpiste einen geeigneten Schlafplatz für die Nacht. Wir beobachteten den roten Sonnenuntergang. In der Ferne konnte man bereits die groben Umrisse des berühmten Perito Moreno Gletschers erahnen – unser Ziel für morgen.

Dann wurde im großen Topf Wasser erhitzt, in den schwarzen Gummibeutel geschüttet und damit im Freien geduscht – mitten im Nirgendwo brauchten wir keine Angst vor ungebetenen Beobachtern haben. Hier gab es nur uns, unseren Van, unseren Gaskocher, ein Wahnsinns Bergpanorama und das ein oder andere Gürteltier, das scheu über die Straße huschte.

Später wurde mit dem sandigen Flusswasser noch abgespült und Wäsche gewaschen. Ich rührte gedankenverloren im kochenden Seifenwasser in unserem großen Topf. Schmutzige Socken und Tshirts wurden umgewühlt. Dampf stieg auf. Es roch nach Waschmittel. Lukas schlich aufgeregt am Straßenrand herum und versuchte vergeblich Fotos von den wilden Häschen zu schießen. Ich beobachtete die Berge vor uns. Gezackte Andengipfel bohrten sich in den Abendhimmel. Die ersten Sterne waren bereits zu sehen.

‘Vanlife’ eben – vielleicht ein wenig sandig und nicht unbedingt hygienisch einwandfrei, auf jeden Fall jedoch abenteuerlich … und unvergesslich.

 

 

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