Bangkok – von Tuktuks und Freiheit

Bangkok – von Tuktuks und Freiheit

„Sin City“ – Bangkok ist laut und voll und wird ihrem Ruf als „Sündenpflaster“ in gewissen Vierteln mehr als gerecht, doch Bangkok hat noch viel mehr zu bieten. Zwischen hupenden Taxis, ratternden Tuktuks und dampfenden Garküchen findet man versteckte, goldene Tempel, quirlige Märkte, riesige Buddhastatuen und malerische Uferpromenaden.

Bangkok – meine persönliche Lieblingsstadt – fasziniert mich immer wieder. Es ist das Mekka der Backpacker und Sehnsuchtsort aller, die aus einem grauen Alltag ausbrechen wollen. Bangkok – das bedeutet Schmelztiegel der Kulturen. Und Schmelztiegel aller Reisenden. Man trifft Businessreisende, Familien, chinesische Reisegruppen, feierwütige Springbreaker und betagtere Deutsche in der bewährten Socken-Sandalen Kombination. Die Stadt am großen Chao Phraya bietet für jeden Geschmack etwas. Party und Ruhe, Kultur und Kommerz.

Und sie ist wie keine andere Stadt, das Epizentrum der Rucksacktouristen, die entweder erst in ihr Abenteuer starten, gerade eines beenden oder noch mittendrin stecken. Zu Recht, denn sie bietet die perfekte Basis. Mit einer weiten Palette an Unterkünften – von schäbig bis Luxus – und einer guten Infrastruktur. Billigen Garküchen am Straßenrand und Märkte und Malls, die von günstigen Bikinis bis gebrauchten Lonely Planets alles anbieten und jedes Backpackerherz höherschlagen lassen.

Königspalast in Bangkok

Ich war jetzt bereits schon mehrmals in Bangkok und doch verzaubert mich diese Stadt immer aufs Neue. Ich liebe sie. Ich liebe das Chaos auf den Straßen, die rasanten Tuktuk-Fahrten, die überfüllten Märkte in Chinatown und die atemberaubende Aussicht vom Lebua Tower. Ich liebe dieses besondere Gefühl, wenn man in Bangkok aus dem Flughafen ins Freie tritt. Schwüle, heiße Luft und ein ganz spezieller Geruch schlagen einem förmlich ins Gesicht. Es ist laut. Es herrscht Trubel. Bunte Taxis warten auf Kundschaft. Und dann fährt man in die Innenstadt. Die Fahrt dauert lange. Man rauscht vorbei an Autobahnkreuzen, überdimensionalen Werbetafeln und an hohen, funkelnden Wolkenkratzern, vorbei an großen SUVs mit verdunkelten Scheiben und rostigen Pickups mit Dutzenden Arbeitern auf der Ladefläche, ratternden Tuktuks und unzähligen Motorrollern.

Und irgendwann verschmilzt alles und jeder zu einem chaotischen Knäuel aus Metall und man kämpft sich hupend seinen Weg durch die Rushhour. Und dann kommt man zu seiner Unterkunft. Man verstaut den Rucksack, duscht vielleicht und geht hinunter. Man tritt hinaus auf die Straße. Die Luft ist immer noch schwül und heiß. Auf der Straße herrscht reges Treiben. Garküchen, Marktstände, Bars, Clubs, Tattooshops, Massagesalons… man schlendert vielleicht ein bisschen durch die Gassen und holt sich etwas zum Essen. Und dann sitzt man mit einem Plastikteller voller köstlichem Chicken Pad Thai und einem kühlen Chang auf dem Bortsstein in der Soi Rambuttri oder Khao San Road und sieht all diese fremden Menschen. Einige schießen Fotos mit ihren Kameras, andere bummeln durch die Shops oder feilschen um den besten Preis für ein Tshirt. Man sieht Rastas und weite, bunte Haremshosen, kurze Shorts und gebräunte Haut. Sie sind Fremde, doch man fühlt sich nicht fremd. Man fühlt sich angekommen. In Bangkok ist es egal, wie man aussieht oder woher man kommt. Man ist ein Reisender – genau wie alle anderen auch. Keiner bleibt nur in Bangkok, jeder ist auf Durchreise, jeder hat sein eigenes Abenteuer zu erzählen. Und nun ist man ein Teil davon. Und man fühlt diesen besonderen „Vibe“ von Aufbruchstimmung und Freiheit – ich fühlte ihn… und fühle ihn bis heute.

Bangkok bei Nacht – Aussicht vom State Tower

Die 8 Millionen Stadt am Chao Phraya ist, nach London, die meist besuchte Stadt der Welt. Vom übergroßen Flughafen Suvarnabhumi (internationaler Flughafen) kommt man ganz bequem mit dem Taxi in die Innenstadt. Die Fahrt dauert je nach Verkehr ca. 1 Stunde und kostet umgerechnet rund 10€ (400-500 Baht – viel mehr sollte man nicht bezahlen). Im Flughafen gibt es mittlerweile einen Taxistand, an dem englisch sprechende Damen, einem einen Taxifahrer zuordnen und ihm erklären wohin man möchte. Man muss also nicht selbst draußen einen Fahrer suchen. Den Preis kann man dann mit dem Taxifahrer aushandeln (Achtung: für den Highway ist eine Maut fällig. Vor der Fahrt klären, ob diese im Preis inbegriffen ist oder nicht. Kostet ca. 50 Baht).

Vom sehr viel kleinere Don Mueang Airport (dem Inlandsflughafen) kann man die Innenstadt auch in ca. 1 Stunde mit dem Taxi erreichen (ca. auch 400-500 Baht).

Es gibt auch die Möglichkeit mit dem Zug / Bus in die Stadt zu fahren. Dies ist sehr viel billiger, dauert aber auch sehr viel länger. Und nach einem 11 Stunden Flug aus Europa möchte man einfach nur so schnell wie möglich zu seiner Unterkunft und einem kühlen Drink.

Aussicht über Bangkok

In der Stadt selbst hat man die Qual der Wahl, wenn es um eine Unterkunft oder das Viertel geht. Es gibt etwas für jeden Geschmack und Geldbeutel. Die Palette reicht von schäbigen Mehrbettzimmern bis ultra Luxushotels. Am besten man schaut sich schon vorher ein bisschen im Internet um und bucht für die ersten Nächte eine Unterkunft. Sollte sie oder das Viertel einem nicht so zusagen, kann man für die darauffolgenden Tage bequem in der Stadt selbst nach einem besseren Hotel suchen.

Ich persönlich wohne immer rund um die Khao San Road (meistens in der Soi Rambuttri). Von hier aus lässt sich der Chao Phraya und die bekanntesten Sehenswürdigkeiten bequem zu Fuß oder mit einer kurzen Tuktuk Fahrt erreichen. Ein weiteres Plus: das Viertel rund um die Khao San ist das Epizentrum aller Backpacker. Auf den Straßen herrscht reges Treiben, man trifft Gleichgesinnte und findet alles was ein Rucksackreisender braucht in unmittelbarer Nähe. Günstige Shops, Bars, Clubs, Tattooshops, Restaurants und die besten (!) Garküchen. Ein Bett in einem Dorm mit Gemeinschaftsbad gibt es um weniger als 10€, ein Doppelzimmer mit privatem Bad bereits ab 13€ (oft verfügen die Hostels/Hotels über einen Pool auf dem Dach. Im schwül-heißen Bangkok ein wahrer Segen!). Doch – wie bei allem im Leben – gibt es auch einen kleinen Haken. Rund um die Khao San Road ist es sehr laut. Oft bis spät in die Nacht. Am besten wohnt man in einer der ruhigeren Neben- oder Parallelstraßen.

Khao San Road

Es gibt natürlich auch viele andere Viertel, in dem es tolle Unterkünfte gibt. Am besten informiert man sich vor der Reise etwas im Internet (oder Reiseführer), damit man später nicht enttäuscht ist oder jeden Tag kreuz und quer durch die Stadt fahren muss um etwas zum Essen zu finden.

An den unzähligen Garküchen in der Stadt gibt es das beste (und billigste) Essen. Unsere Favoriten sind: Pad Thai (Reis-, Soja-, oder Weizennudeln mit Gemüse und Sprossen und/oder Ei, Geflügel, Fleisch oder Meeresfrüchten). An den Ständen in der Soi Rambuttri gibt es einen riesen Teller voll köstlichem Pad Thai bereits ab 35 Baht (umgerechnet ca. 1€) und scharfes Penang Curry (eine besondere Art von Curry – vegetarisch oder mit Fleisch oder Meeresfrüchten) – einfach köstlich!.

Die Vielzahl der tropischen Früchte ist natürlich auch nicht zu vergessen. Obst in allen Formen und Farben zu unschlagbaren Preisen. Litschi, Mango, Ananas, kleine Bananen, Drachenfrüchte, Mangostinen, Rambuttan, Maracuja… unser Favorit: Mangostinen (außen violett, harte Schale, rund und so groß wie ein kleiner Pfirsich, das Fruchtfleisch ist weiß und hat einzelne Zehen mit einem schwarzen Kern, den man nicht essen kann). So süß und unbeschreiblich köstlich!

Begleite mich hier zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten in und rund um Bangkok. 

 

Für die Abreise aus Bangkok:

Um zurück zu den Flughäfen zu kommen, kann man ein Taxi nehmen (400-500 Baht) oder einen Shuttlebus, an einem der zahlreichen Reisebüros in der Stadt, buchen. Sie fahren ca. jede Stunde und holen einem direkt vor dem Hostel/Hotel ab (ein Platz im 12 Sitzer kostet ca. 150 Baht. Leider fahren sie nur von der Innenstadt zu den Flughäfen – nicht umgekehrt). Sollte man ein Taxi mitten in der Nacht oder in den frühen Morgenstunden brauchen und Angst haben, dass sich um 4 in der Früh auf der Straße keines finden lässt, kann man ruhig am Vorabend einen Taxifahrer ansprechen und die Fahrt „buchen“ (man vereinbart Zeit, Preis und Ort). Mit großer Sicherheit wird der Fahrer dann auch auftauchen (bezahlt wird am Flughafen). Wir jedenfalls, wurden noch nie von einem Fahrer enttäuscht.

Ausblick aus dem Flugzeug

 

Für die Sicherheit: 

Bangkok ist eine sehr sichere Stadt. In den Touristenvierteln hat man wirklich nichts zu befürchten. Natürlich gelten die allgemeinen Sicherheitsvorkehrungen. Man sollte nicht gerade seine Rolex offen herumliegen lassen oder seine teure Kamera unbeaufsichtigt auf einem Stuhl zurücklassen, wenn man aufs Klo geht. Aber ich denke, das versteht sich von selbst… Auch als Frau alleine, hat man keinerlei Probleme.

Größere Gefahr droht evtl. im rasanten Straßenverkehr (immer schön die Augen offen halten!) oder durch „Lebensmittel“ – am besten keine Eiswürfel in den Getränken, nur durchgegartes Fleisch essen und bei Meeresfrüchten, die den ganzen Tag ungekühlt auf den Garküchen herumliegen, vorsichtig sein.

Eines der größten Ärgernisse vor allem in Bangkok sind jedoch die „Schlepper“. Als Faustregel gilt: NIEMAND tut irgendwas ohne Hintergedanke, JEDER möchte einem irgendwas verkaufen. Leider trifft man in Bangkok immer wieder auf Männer und Frauen, die einem sehr nett ansprechen, sich als Fremdenführer oder Student ausgeben und einem – natürlich gratis – eine Stadtführung oder einen Ausflug zu einer Näh- oder Lebensmittelfabrik anbieten. Manchmal zahlen sie dann sogar das Taxi. Doch früher oder später findet man sich in einem Schmuck- oder Bekleidungsladen wieder und wird „genötigt“ irgendwas zu kaufen und das kann dann schnell „unangenehm“ werden. Also, besser gar nicht mitgehen. Auch bei Taxi- oder Tuktuk-Fahrern gilt: „No stop!“ Sie machen einem vielleicht einen sehr guten Preis und möchten dafür bei einem befreundeten Laden halten (one stop) – bis zum Schluss wird man dann aber ein Vielfaches der eigentlichen Taxifahrt bezahlen müssen.

Wir persönlich konnten bis jetzt solchen „Schleppern“ stets ausweichen, doch einige unserer Bekannten und Freunde sind schon in so manche Falle getappt. Wenn man aber ein paar Regeln befolgt, sollte man keine Probleme bekommen: bei zu billigen Angeboten skeptisch sein, vor einer Fahrt den Preis und Zielort verhandeln – und erst am Schluss bezahlen und niemanden vertrauen, der einem einfach so auf der Straße anspricht – und wenn er noch so nett zu sein scheint.

„Umsonst geht nur die Sonne auf.“, pflegt meine Mutter zu sagen.

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