Norwegen – Fjorde und Wasserfälle

Norwegen – Fjorde und Wasserfälle

Bereits seit einigen Tagen waren wir unterwegs, hatten Deutschland durchquert, Kopenhagen besucht und waren über die Öresund-Brücke bis nach Südschweden gefahren. Auf unserer Reise Richtung Norwegen waren wir an den schmucken Badeorten und äußerst malerischen Fischerdörfern an der Westküste Schwedens gekommen.

Bei Fredrikstad hatten wir schließlich die Grenze zu Norwegen überquert und folgten der Straße nach Nordwesten. Wir freuten uns auf die tiefen Fjorde Norwegens. Und auf seine tosenden Wasserfälle – von denen es wirklich viele gab! Und wir freuten uns auf kleine Holzhäuser im Wald und auf schaukelnde, bunte Boote an den Seen. Und auf mächtige Gebirge.

 

Nach schier endlosen Feldern, verschneiten Wäldern und einsamen Tälern, kamen wir zur äußerst pitoresken Stabkirche von Heddal – der “Kathedrale” unter Norwegens Stabkirchen und ein Meisterwerk der Holzbaukunst. Es war bereits Abend, als wir vor dem Gotteshaus standen, doch die schön beleuchtete Kirche gab immer noch ein wunderbares Fotomotiv ab.

die schmucke Stabkirche von Heddal

Die nächsten Tage führten uns Richtung Westen. Das Wetter war unbarmherzig. Es war bitterkalt. Der prasselnde Regen verwandelte sich schon bald in weiße Flocken. Die malerische Straße ins Setesdal (Straße Nr. 9) führte uns durch schönen, dichten, sehr winterlichen Wald. Vereinzelt konnte man versteckte Holzhäuser zwischen den Bäumen entdecken. Die tiefer liegenden Regionen des schönen Tals waren durch tiefblaue Seen, grüne Wiesen und kleine, bunte Grassoden-Häuschen unter hoch aufragenden Bergen geprägt. Immer wieder stieß man auf äußerst hübsch angelegte Picknickplätze. Bei schönem Wetter sicherlich ein Traum!

das wunderschöne Setesdal

Unsere nächsten Ziele wären einige der berühmtesten Aussichtspunkte rund um den Lysefjord gewesen. Doch leider spielte das Wetter nicht mit: wegen der winterlichen Temperaturen und des vielen Schnees im Mai waren die meisten Passstraßen gesperrt und die Wanderwege gefährlich und unpassierbar.

Schade. Wir waren enttäuscht. Hätten wir uns vorher doch mehr informiert! Es war das erste Mal, dass wir gänzlich ohne Vorbereitung zu einer Reise aufgebrochen waren und nun schien es, als würde sich diese “Spontanität” rächen.

Wir setzten unsere Reise fort, folgten der Straße Richtung Norden. Immer wieder kamen wir zu wunderschönen kleinen Seen. Ihr dunkles Wasser spiegelte die umliegenden Bäume, Felsen und kleinen roten Häuschen am Ufer. Traumhaft.

der atemberaubende Svandalsfossen

Eher zufällig stießen wir auf den wunderschönen Svandalsfossen bei Sauda – einem meiner Lieblingswasserfälle. Von dem kleinen Parkplatz an der Straße gelangte man über eine architektonisch interessante, rostrote Treppe hinauf zum tosenden Fall. Die Wassermassen stürzten über mehrere breite Stufen in die Tiefe. Der Anblick war grandios. (Ein zweiter Aussichtspunkt befindet sich etwas höher direkt an der Wasserwand. Achtung: man wird garantiert nass!)

Als nächstes steuerten wir den spektakulären Steindaslfoss an. Einem 30m hohen Wasserfall, der nahe Nordheimsund in die Tiefe stürzt. Seine Besonderheit: auf einem einfachen, breiten Weg gelangt man direkt hinter die Wasserwand. Ein toller Anblick und mit eines unserer schönsten Norwegenerlebnisse.

der spektakuläre Steindalsfoss

Der hohe, schöne Wasserfall Tvindefossen bei Voss, der über mehrere kleine Stufen über den Hang herunter rauschte, lohnte auch den Besuch.

der Tvindefossen

Anschließend besuchten wir die berühmte Stabkirche von Borgund – eine der Hauptattraktion Norwegens. Die kleine, schwarze Holzkirche mit ihren verzierten Giebeln und Schnitzereien zählt zu den ursprünglischten und schönsten des Landes. Sie ist die älteste ihrer Art und ein absoluter Besuchermagnet! (Achtung: hier trifft man auf viele asiatische Reisegruppen) Das Besucherzentrum neben der Kirche bietet kostenloses Wifi, ein Restaurant und einen hübschen Souvenirshop mit tollen Mitbringseln.

die kleine, aber sehr berühmte Stabkirche von Borgund

Unsere Reise führte uns immer weiter Richtung Norden. Und mit jedem Tag wurde es winterlicher. Im Jotunheimen Nationalpark sahen wir – außer meterhoch Schnee und dichte Nebelfelder – leider nur sehr wenig. Aus den Kaminen der hölzernen Ferienhäuschen an den Berghängen stieg Rauch. Im Somme sei dies eines der beliebtesten Wandergebiete der Norweger – wir konnten seine Schönheit und die mächtigen Umrisse der Bergkuppen leider nur erahnen.

Wasserfall bei Romsdalen

In den nächsten Tagen erkundeten wir das spektakuläre Romsdalen. Die Sonne schien. Auf den spitzen, hoch aufragenden Bergen über dem schroffen Tal lag Schnee. Hunderte von Wasserfälle ergossen sich über die Felswände. Manche waren tosend und breit. Manche waren nur kleine Rinnsale. So fein, dass der Wind ihre kleinen Wassertropfen davontrug.

Unser Ziel waren die atemberaubenden Haarnadelkurven des Trollstigen. Wir bogen in ein schmales, felsiges Tal. Immer wieder höhrte man ein dumpfes Grollen – Lawinen stürzten über die steilen Berghänge. Nach einigen Kilometern kam dann aber die herbe Enttäuschung: eine Schranke versperrte uns (schon wieder) den Weg – es herrschte immer noch Wintersperre. Niedergeschlagen blickten wir zu den Bergspitzen und der kurvenreichen Straße. Schade, Trollstigen wäre sicherlich eines unserer Highlights geworden.

die Haarnadelkurven des Trollstigen

Zufälllig stießen wir anschließend auf den wunderschönen Eresfjord. Der dunkelblaue Fjord wurde von hohen, schneebedeckten Bergen eingerahmt und von unzähligen kleinen Wasserfällen (und Lawinen) gespeist. Sein Wasser war ruhig und spiegelnd. Kleine Holzboote schaukelten auf den sanften Wellen. Er war einer der maleristen Fjorde, die wir auf unserer gesamten Reise durch Skandinavien gesehen hatten. Er war traumhaft und friedvoll.

das wilde Norwegen

Dann kamen wir endlich an die Küste. Vor uns lag die spektakuläre Straße des Atlanterhavsveien mit ihren 12 Brücken. Die unzähligen Inselchen vor der Küste waren bis vor zwei Jahrzehnten nur mit Fähren zu erreichen. Nun waren sie durch eine der wohl spannendsten Küstenstrecken ganz Europas miteinander verbunden. An jenem Tag meinte es der liebe Wettergott einmal gut mit uns. Das Meer war ruhig, fast spiegelglatt. Die untergehende Sonne tauchte es in warmes Rosa. Am Horizont erkannte man die hochaufragenden Schneeberge des Innlandes, Küstenvögel zogen ihre Bahnen über den unbewohnten kleinen Inseln. Eine atemberaubende Route durch die schöne Schärenlandschaft und eines der Highlights unserer Reise. (Übrigens: vor lauter Begeisterung sind wir insgesamt rund 10 Mal auf dem Atlanterhavsveien hin und her gefahren.)

 

 

Unsere Reise führte uns schließlich wieder zurück nach Schweden, durch das endlose Lappland und zu den Lofoten.

Wieder zurück auf dem norwegischen Festland machten wir uns auf den Weg Richtung Norden. Unser Ziel war das Nordkap – der nördlichste Punkt Europas und anschließend Finnland – Heimat von Santa Claus.

 

 

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