Patagonien – die Planung und das Packen

Patagonien – die Planung und das Packen
Schon seit einiger Zeit war uns klar: wir wollen nach Patagonien! Wir wollen ans gefühlte Ende der Welt!
Und als es mit unserer Weltreise-Planung ernst wurde, Pläne geschmiedet und dann doch wieder verworfen wurden, erkannten wir immer deutlicher, dass eine Weltreise ohne Patagonien für uns nicht in Frage kommen würde.
Nach langen Diskussionen entschlossen wir uns schließlich das südliche Ende des Südamerikanischen Kontinents zum Auftaktziel unserer Weltreise zu machen. Vor allem die günstige Jahreszeit und “Gepäck-Planung” spielten dabei eine ausschlaggebende Rolle.
Also war es entschieden: im März würde es in den Süden Chiles und Argentiniens gehen!

 

Patagonien bei Nacht

Über die Art und Weise, wie wir Patagonien erleben wollten, waren wir uns schnell einig. Wir wollten rund 1 Monat bleiben und mit einem gemieteten “Campervan” kreuz und quer durch die unendlichen Steppen düsen. Fahren, anhalten, wann und wo es einem gefällt und vielleicht auch länger an einem Ort verweilen, der einem besonders zusagt. Natur und Wandern – das war der Plan.
Tag um Tag nahm die Reiseplanung konkretere Züge an. Die Flüge wurden gebucht, der “Campervan” gemietet, die “Lonely Planets” durchwälzt. Wir pickten uns unsere vermeintlichen “Hightlights” aus den Reiseführern, um eine grobe Route zusammenzustellen.

Ganz oben auf unserer kleinen “Bucketlist” standen: das Fitz Roy Massiv um El Chaltén, der Torres del Paine Nationalpark, der Perito Moreno Gletscher bei El Calafate. Eventuell noch Feuerland. Sehr viel mehr wollten wir uns für 1 Monat Reisezeit nicht zumuten.

Gletscher in Patagonien

Nach einigen Recherchen stellte sich bald heraus wer wohl unser größter “Feind” in Patagonien werden würde: das liebe Wetter. Unberechenbar und erbarmungslos, so beschrieben es Reiseblogs, Foren und Bücher.
Die Temperatur im März sollte durchschnittlich bei 5-10 Grad liegen – Frühherbst in Patagonien. Doch Sonne, Regen, Wind oder sogar Schneefall konnten dies auch in gefühlten -10 Grad oder +20 Grad verwandeln. Im Reiseführer hieß es: “In manchen Teilen Patagoniens kann man alle 4 Jahreszeiten an einem Tag erleben.”
Beim Gepäck entschieden wir uns für 2 große Koffer, Rucksäcke fürs Handgepäck, eine kleinere Handtasche für mich und eine Laptoptasche für Lukas. So wollten wir die erlaubten 23kg für die aufgegebenen Koffer bzw. die 8-10kg Handgepäck voll ausschöpfen.
(Warum wir uns für Koffer und gegen große Rucksäcke als “Hauptgepäck” entschieden hatten? Tja, Koffer boten für unsere Zwecke einfach mehr Platz. Wir wollten unsere gesamte Fotoausrüstung mit nach Patagonien nehmen, auch die schwere “Timelapse-Schiene” von Lukas. Er musste sie extra kürzen lassen, damit sie im großen Koffer Platz fand – in einen Rucksack hätte sie nie und nimmer gepasst. Außerdem hatten wir ein eigenes Auto, mussten mit keinem überfüllten “Chickenbus” fahren oder die Gepäckstücke weite Strecken tragen oder ziehen. Große Koffer schienen uns einfach als die “bessere” Wahl.)

 

Patagonien

 

Als es ans Packen ging, wollten wir einerseits so gut wie möglich auf alles vorbereitet sein, andererseits aber doch nur das Nötigste mitnehmen. Das Dilemma nahm seinen Lauf!
Wir legten uns zur Sicherheit eine praktische Handwaage zu (bekommt man zB. bei Decathlon um rund 10-15€).
Bereits beim ersten Wiegen: insgesamt 8kg Übergepäck! Oh no.
Das Packen kostete uns 1,5 Tage und unzählige Nerven. Mehrmals mussten wir die gepackten Koffer wieder leeren, alles umstrukturieren, aussortieren, wiegen. Noch einmal aussortieren und wiegen. Und noch einmal aussortieren und wiegen. Bis zum Schluss kamen wir bei den beiden großen Koffern und beim Handgepäck exakt auf das erlaubte Limit. Zusätzlich hatten wir zwei vollgestopfte Hand- bzw. Laptoptaschen dabei.
Beim Fliegen selbst, trugen wir unsere schweren Wanderschuhe und im ‘Zwiebelsystem’ so viele Lagen Kleidung wie möglich, um Gewicht zu sparen.

 

Packliste

 

Bis zum Schluss hatten wir folgendes in unserem Gepäck:
Je eine dicke Daunenjacke, eine Hardshell- bzw. Regenjacke, 1-2 dicke Sweater, 1-2 Karohemden/Blusen, 2 normale Shirts und 2 Sportshirts, eine Wanderhose, eine lange Hose und eine kurze. Unterwäsche und Socken (ca. ausreichend für eine Woche) und Leggins. Ebenso Caps, Wollmützen, Stirnbänder und dicke Handschuhe.
Bei den Schuhen hatten wir uns für je ein Paar robuste Wanderschuhe, leichte Turnschuhe,  und Flip Flops bzw. Trekkingsandalen entschieden.
(Für unsere Bedürfnisse hat dies für 1 Monat in Patagonien gereicht. Klar, wir mussten hin und wieder auch etwas waschen – vor allem Unterwäsche und Socken, doch im Großen und Ganzen kamen wir mit unserer Kleidung super durch. Würde man mehr wandern bzw. Mehrtages-Wanderungen machen, wären mehrere Sets Sportbekleidung vielleicht empfehlenswert.)

 

das Packen

Außerdem:
  •  2 große und 1 kleines Mikrofaserhandtuch vom Decathlon (wir hatten sie vor unserer Reise neu gekauft und waren unsicher, ob sie das Wasser so gut aufsaugen würden. Doch bereits ab dem ersten Gebrauch waren wir mehr als begeistert von der Qualität! Und das um den Preis!! 1 Handtuch kostete ca. 3-5€! Absolut weiterzuempfehlen!)
  • einen “Südamerika” Reiseführer von Lonely Planet (den wir bereits zuhause zerschnitten hatten, um zu vermeiden den ganzen dicken Schinken mitschleppen zu müssen. So hatten wir nur die Kapitel dabei, die wir auch wirklich brauchten)
  • eine Straßenkarte von Patagonien (sie hat uns sehr gute Dienste geleistet, auch wenn sie nicht gerade auf dem neuesten Stand war. Zusammen mit der offline HERE GO APP (weltweit sehr empfehlenswert!) haben wir uns sehr gut zurecht gefunden)
  • ein super schickes Reisetagebuch, das ich vor unserer Reise von einer guten Freundin bekommen hatte (Danke nochmal!) und in das ich fleißig alle neuen Eindrücke und Erlebnisse kritzeln konnte
  • ein Beautycase mit dem Nötigsten (Shampoo, Seife, Handwaschmittel usw.)
  • leere Wäschesäcke zum Aufbewahren von Schmutzwäsche
  • Wäscheklammern und eine Wäscheleine
  • 2 Iphones und unser gesamtes Fotoequipment, das den Großteil unseres Gepäcks ausmachte (Timelapse-Schiene, Lukas’ neue Mavic Pro Drohne samt Zubehör, 2 Spiegelreflexkameras, insg. 4 Objektive, eine Gopro mit Zubehör und gefühlte 50 Kilo Akkus, Solarplatten, Festplatten und Kabel. Beim Fliegen muss man auf die Akkus bzw. Powerbanks achten! Man darf rein theoretisch unlimitiert viele “kleine” Akkus (bis 100Wh einzeln verpackt im Handgepäck) zum persönlichen Gebrauch mitnehmen. “Große” Powerbanks (ab 120Wh) darf man nur max. 2 Stück pro Person mitführen – es besteht Explosionsgefahr. Doch die Gesetzeslage ist nicht eindeutig und jede Fluggesellschaft hat andere Richtlinien. Das letzte Wort hat stets der Sicherheitsbeamte am Flughafen. Sollte der nicht der Meinung sein, dass die Akkus dem persönlichen Gebrauch dienen, hat man Pech gehabt und man darf sie nicht mitnehmen. Und bitte nicht probieren die Powerbanks im aufgegebenen Gepäck “heimlich” zu transportieren. Alle Koffer werden gescannt – alle Akkus entdeckt. Wenn man Pech hat, kommt dann das Gepäck am Endziel gar nicht bzw. nicht mehr vollständig an. Wir hatten jedenfalls bei den insgesamt 6 Flügen nach und von Südamerika keinerlei Probleme mit den Akkus. Wir hatten zusammen rund 14 Stück “kleine” Powerbanks/Akkus).
  • 2 dicke Daunenschlafsäcke (Komfort -4 Grad, Limit -11 Grad, Extrem -30 Grad vom Decathlon, mit denen wir auch mehr als zufrieden waren)
  • unser Zelt und 2 aufblasbare Luftmatten (bis zum Schluss haben wir es aber nicht einmal benutzt)
  • Stirnlampen
  • mehrere Taschenmesser in verschiedenen Größen (war sehr praktisch, da die Küche im Campervan nur mit unscharfen Buttermessern ausgestattet war)
  • Adapter fürs Auto (12 Volt zu 240 Volt Spannungswandler – so konnten wir im Auto jedes durstige Teil mit Strom versorgen)
  • einen “FM Transmitter” vom Chinaladen um die Ecke (das kleine Teil hat uns so manche endlos lange Fahrt erträglicher gemacht, denn Radioempfang gibt es in Patagonien so gut wie keinen. Mit dem Transmitter konnten wir immer und überall unsere eigene Musik von unseren Mp3 Playern spielen)
  • Spielkarten für die Langeweile (doch die haben wir bis zum Schluss nicht ein einziges Mal gebraucht)

 

Begleite uns auf unserem Roadtrip.  Unser Abenteuer beginnt!

 

♥  Verpasse nicht Lukas’ Roadtrip Video!
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