Roadtrip durch das Outback

Roadtrip durch das Outback

Wo Träume enden und Abenteuer beginnen.” (Lonely Planet)

Ein Trip ins australische Outback ist eine unvergessliche Angelegenheit. Es erfordert jedoch auch ein wenig Vorbereitung.

Unsere Route führte uns einmal quer durch das rote Herz Australiens. Von Adelaide Richtung Norden bis zum Uluru-Kata Tjuta Nationalpark, weiter nach Tennant Creek und von dort nach Osten – zurück an die Küste. Über 4.000 km in 2 Wochen.

 

 

unser Fazit nach 14 Tagen:

– Übernachtungskosten: 0€
– Autopannen: 2
– eine Runde mit dem Abschleppwagen: 1
– gesichtete Wildtiere: Kängurus, ein totes Kamel (dessen dahinverwesender, grauer Kadaver im ersten Moment tatsächlich wie ein Elefant aussah), ein lebendes Kamel, Schwärme von Papageien, Horden von lästigen Fliegen, eine dinosauriermäßige Dornteufel-Eidechse, eine gruselige Huntsman Spinne in der Autotürverkleidung und ein paar der gefährlichsten Giftschlangen im Einmachglas.
– Abenteuerfaktor: 10 von 10 Punkten

 

 

Vor dem Aufbruch ins Unbekannte sollte man zumindest eine grobe Vorstellung der angestrebten Route haben.

Die meisten Traveller sind auf den befestigten Highways unterwegs (Stuart Highway, Flinders Highway, Barkly Highway). Die Straßen sind teilweise kerzengerade, breit und sehr gut in Schuss. Wer nur den Highways folgt trifft immer wieder auf Zeichen der Zivilisation (spätestens alle 250km befindet sich eine Tankstelle, ein Roadhouse mit Bar, Restaurant und kleinem Shop, in dem man sich mit dem Nötigsten eindecken kann – wenn auch zu überteuerten Preisen).

 

 

Reisende, die nur auf den Hauptverbindungsstraßen unterwegs sind, müssen keine extra Benzinkanister mit sich führen (es gibt ausreichend Tankmöglichkeiten).

Wer einmal quer durch das Outback fahren möchte, dabei nur die Highways benutzt und bei den wichtigsten Sehenswürdigkeiten wie Uluru und Devil’s Marbles stoppt, sollte dafür einen Zeitrahmen von ca. 2 Wochen einplanen.

(Auf Grund unseres nicht geländetauglichen Fahrzeugs und der knappen Zeit waren wir im Outback ausschließlich auf den Hauptverkehrsstraßen unterwegs.)

 

 

Wer die asphaltierten Straßen jedoch verlassen und ins echte, abgeschiedene Outback vordringen möchte, sollte sich sehr gut darauf vorbereiten. Ein Allradfahrzeug ist ein Muss. Zudem extra Benzinkanister, ausreichend Wasser und Lebensmittel. Evtl. ein Satellitentelefon. Außerdem kann es hilfreich sein, die Familie, Freunde oder Ranger über die Reisepläne und die geplante Reisedauer zu informieren.

Achtung: sowohl unbefestigte, als auch geteerte Straßen werden während der Regensaison im Norden Australiens (November bis April) öfters überschwemmt und somit unpassierbar! Sogar der Barkly bzw. Flinders Highway werden dann tagelang gesperrt.

 

 

Am besten deckt man sich vor dem Aufbruch ins Outback mit allem Nötigen ein. In Adelaide, Townsville und Darwin sind die Preise für Lebensmittel und Benzin sehr viel billiger, als im abgeschiedenen Outback. In Alice Springs können die Reserven aufgestockt werden (hier gibt es alles was ein Traveller brauchen könnte – reguläre Supermarktketten, Mechaniker, Laundries, Apotheken und recht billige Tankstellen).

In den kleinen Dörfern entlang der Hauptverkehrsstraßen und rund um den Uluru gibt es mehrere Übernachtungsmöglichkeiten (sprich: offizielle Campingplätze, Hotels, Roadhouses mit einfachen Zimmern usw.).

 

 

Übrigens: im gesamten Outback darf an den zahlreichen, großen Rest Areas gratis gecamped/übernachtet werden. Die Plätze verteilen sich in regelmäßigen Abständen an den Highways und bieten meist für sehr viele Fahrzeuge Platz. Sie bieten neben einfachen Toilettenhäuschen und dem ein oder anderen Picknicktisch jedoch meist keinerlei Einrichtungen.

 

 

Keine Angst vor Lärm: die meisten der Rest Areas befinden sich zwar direkt neben den Highways, nachts sind die aber sehr wenig befahren (in der Nacht sind außer 1-2 Roadtrains keine Fahrzeuge unterwegs).
Da die meisten Traveller mit eigenem Fahrzeug auf solchen Rest Areas übernachten, kann es schon mal zu recht vollen Plätzen kommen. Reisende mit 4×4 Wagen haben nun einen klaren Vorteil: sie können den kleinen Sandpisten, die an den Rest Area meist abführen, ein wenig in den Busch folgen, um dort ihr Lager aufzuschlagen.

Insidertipp: die Campermate und Wikicamps Apps helfen bei der Campingplatzsuche! (mehr Infos dazu gibt’s hier)

 

 

Achtung:
Das Unfallrisiko im australischen Outback ist sehr hoch! Das merkt man spätestens, wenn man die dutzenden Autowracks am Straßenrand passiert.
Überhöhte Geschwindigkeit, Müdigkeit, Roadtrains und vor allem die vielen Wildtiere stellen die größten Gefahren dar – vor allem bei Nacht!

Deshalb verbieten die meisten Mietwagenfirmen das Fahren bei Dunkelheit sogar (im gesamten Northern Territory und South Australia). Fährt man nach Einbruch der Dunkelheit trotzdem und verursacht einen Unfall, so greift die Versicherung nicht. Und da das Unfallrisiko im Outback sehr hoch ist, sollte man das Verbot besser einhalten.

 

 

Wusstest du schon?

– dass es im Outback auch mal bewölkt sein kann und es sogar fürchterliche Stürme gibt? Sintflutartige Regenfälle, Blitze und extremer Wind. Wer in so einen Sturm gerät, sollte an einer Rest Area stoppen und das Gewitter abwarten. Abends wenn möglich Nichts vor dem Fahrzeug herumstehen lassen (der Wind verräumt alles und zerreißt auch die robusteste Markise!).

 

 

– dass es im australischen Outback Atomtestgebiete gibt? Nahe des Dörfchens Woomera im Süden wurden in den 1950er Jahre rund sieben große Atomwaffentests durchgeführt. Die Einheimischen leiden heute noch unter nuklearem Fallout. Das Gebiet ist absolutes Sperrgebiet.

– dass es quasi im gesamten Outback keinen Handyempfang gibt? An den Tankstellen findet man meistens ein Münztelefon. Nur manche der Roadhouses verfügen über (langsames) Wifi.

 

 

– dass es im Herzen Australiens gerne bis zu 50° heiß wird? Vor allem in der Zeit von Dezember bis Februar schnellen die Temperaturen hoch. Man sollte sich gut überlegen, ob man das Outback während dieser Zeit besuchen möchte.

– dass man von jeder großen Stadt in Australien auch ins Outback fliegen kann? (zB. nach Alice Springs oder direkt zum Uluru) Für die Strecke, für die man mit dem Fahrzeug einige Tage benötigen würde, braucht man mit dem Flugzeug nur ein paar Stunden. Eine gute Alternative für Traveller mit begrenzter Reisezeit.

 

 

– dass die eigentlichen Herrscher über das Outback die Horden von lästigen Fliegen sind? Kein Scherz. Die schwarzen Krabbeltiere fliegen einem am liebsten direkt ins Gesicht und zwicken manchmal auch. Kleidung und Rücksäcke werden flächendeckend besetzt. Spätestens nach einem Tag wird sich auch der hartgesottenste Traveller einen Hut mit Schutznetz gegen die nervigen Biester kaufen. Uff. (Jede Tankstelle verkauft in ihrem Shop die Safarihüte mit Schutznetzen, die man über das Gesicht hängen lassen kann. Alternativ kann man auch nur das günstigere Netz alleine erwerben und es dann über ein Käppi stülpen.) Mit Einsetzen der Dunkelheit verschwinden die Fliegen meist bis zum Morgengrauen.
Übrigens: ein verirrter, deutscher Wanderer hat 2004 drei Wochen im australischen Outback überlebt, weil er sich ausschließlich von Fliegen ernährt hat.

 

 

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