Skandinavien – good to know

Skandinavien – good to know

Hier findest du ein paar nützliche Informationen für deine nächste Skandinavien Reise 🙂

Anreise:
Natürlich kann man in jede erdenkliche Ecke Skandinaviens reisen – ob mit Flugzeug, Auto, Zug, Schiff oder Fahrrad. Wer allerdings mit seinem eigenen Fahrzeug von zuhause bis in die nordischen Länder fahren möchte, muss entweder über die großen, recht teuren Brücken (Storebaelt und Öresund kosten zusammen rund 80€ für zwei Erwachsene und einen Pkw) oder mit einer Fähre anreisen. Fähren fahren von Deutschland aus oder von Helsingor nach Helsingborg – recht teuer sind sie alle.

Camping in Skandinavien

Camping:
Skandinavien ist bei Campern (egal ob im Wohnmobil oder Zelt) äußerst beliebt. Kein Wunder, in ganz Skandinavien gibt es (vor allem an touristisch interessanten Orten) neben einer Vielzahl an kostenpflichtigen Campingplätzen, auch sehr viele wunderschöne ‘Picknickplätze’ (gratis). Manchmal befinden sie sich direkt neben der Straße, manchmal ein wenig abseits. Manchmal verfügen sie über Infotafeln, Grillstellen und hochmoderne, äußerst saubere Sanitäranlagen (vor allem im Süden Norwegens), manchmal nur über einen Müllkübel. In Touristengebieten befinden sie sich oft an Fjorden oder Seen und bieten wunderbare Aussichten über Schärenlandschaften, Meer und Berge und bieten so eine wirklich schöne Alternative zu normalen Campingplätzen. (Je weiter nördlich man reist, desto ‘rustikaler’ werden die Picknickplätze.)

Außerdem herrscht in allen skandinavischen Ländern das sogenannte ‘Jedermannsrecht‘. (“Das Recht, Strand, Ufer, wald und Wiese auch dann zu benutzen, wenn sie Privateigentum sind. Man darf dieses Recht allerdings keinesfalls als Freibrief für ungehemmtes, wildes Campen verstehen … Wohnwagen, -mobile und Zelte dürfen nie näher als 150m vom nächsten Haus oder der nächsten Hütte aufgestellt werden. Beim Verlassen des Platzes dürfen keinerlei Fäkalien oder Müll hinterlassen werden und der Platz muss so hinterlassen werden, wie er vorgefunden wurde.” Quelle Baedeker Reiseführer.)

Klingt eigentlich alles super, doch Verunreinigungen und rücksichtsloses Verhalten einiger Camper in den letzten Jahren stellt die freizügige Handhabung des ‘Jedermannsrecht’ immer mehr in Frage. Also: bitte Rücksicht nehmen, die Privatsphäre der Einheimischen respektieren und vor allem die Natur schützen! Dann können sich noch viele weitere Generationen an der Schönheit der skanindinavischen Länder erfreuen.

(Wir haben übrigens immer an kostenfreien Picknickstellen oder an großen, abgelegenen ‘Ausweichstellen’ oder irgendwo mitten im Nirgendwo der läppischen Wälder übernachtet und hatten damit keinerlei Probleme. Unseren Müll haben wir natürlich stets ordnungsgemäß entsorgt und die Plätze so verlassen, wie wir sie vorgefunden hatten.)

ein Fuchs sucht nach Futter

Wildtiere:
in Skandinavien gibt es eine Vielzahl an wilden Tieren (die man während eines Roadtrips auch hin und wieder erspäht). Neben Rehen, Hirschen, Füchsen, Hasen und Dächsen leben Vielfräße, Bären, Wölfe, Rentiere und Elche in den endlosen Wäldern Skandinaviens.

Einen Vielfraß wird man wahrscheinlich keinen zu Gesicht bekommen (sie sind sehr selten und äußerst scheu, können aber durchaus ein Rentier oder Elch reißen. Angriffe auf Menschen sind keine bekannt).

Weiters ist es zwar eher unwahrscheinlich auf einen Wolf zu stoßen, möglich ist es aber. Dann wird er einem meistens nur neugierig mustern. Hat man aber einen Hund dabei könnte die Sache unschön werden, denn der Menschens bester Freund wird von Wölfen als ‘Eindringling’ betrachtet.

Es gibt schätzungsweise rund 4000 Braunbären in Skandinavien (die meisten davon in Schweden). Dennoch ist es sehr unwahrscheinlich tatsächlich einen in freier Wildbahn anzutreffen. Auch hier gilt: Hunde provozieren eher einen Angriff. (In Finnland gibt es sogar geführte ‘Bärentouren’, bei denen man mit einem erfahrenen Guide auf Bärensuche geht).

Rentiere leben in den nördlicheren Gebieten Skandinaviens. Sollte man also quer durch Lappland düsen oder das Nordkap ansteuern, wird man mit großer Wahrscheinlichkeit auf (sehr viele) Rentiere treffen. (Für die Einheimischen sind sie wertvolle Lieferanten von Fleisch, Milch und Fell.)

Rentier in Lappland

“Der Elch ist, außer dem Menschen, das einzige Säugetier welches MEnschen in Schweden, Norwegen und Finnland umbringt… wenn auch unabsichtlich.” (canoeguide.net)
Nirgendwo auf der Welt leben so viele Elche, wie in Skandinavien. Doch vielen Touristen bleibt der Anblick des Riesenhirschs verwehrt. Sie sind scheu und streifen meist als Einzelgänger durch die nordischen Wälder (die meisten von ihnen in Schweden). Doch in den irgendwie etwas plump und ‘trottelig’ wirkenden Tieren steckt mehr, als man anfangs vermuten würde. Sie schwimmen sehr gut und außerordentlich schnell, können bis zu einer Minute lang tauchen, bis zu 60km/h schnell laufen und mühelos über 2m hohe Zäune springen. (Wir hatten auf unserem Roadtrip durch Skandinavien übrigens Glück! Insgesamt konnten wir 5 Elche erspähen. Gleich 3 Riesenhirsche grasten seelenruhig auf einem weiten Feld rund 50 Meter neben einer vielbefahrenen Landstraße, an der wir unterwegs waren. Weitere 2 galoppierten über eine Straße, keine 20 Meter von uns entfernt, als wir gerade an einer kleinen Ausweichstelle eine kurze Pause einlegten.)

Die zerklüfteten Küstenlandschaften werden von unzähligen Vögeln, die Gewässer von Robben und verschiedenen Walarten bevölkert. (Bekanntester Ort für Whale-watching ist das Hafenstädtchen Andenes auf den Vesteralen.)

Achtung Elche!

Wildunfälle:
In den skandinavischen Ländern kommt es leider sehr häufig zu Wildunfällen (jährlich ca. 30.000). Vor allem der Zusammenstoß mit einem Elch ist äußerst gefährlich (immerhin sind sie bis zu 2m hoch, 3 m lang und bringen locker 800kg auf die Waage). Laut Baedeker beruht fast jeder zweite tödliche Autounfall in Schweden auf der Begegnung mit einem der Riesenhirsche. Einheimische fahren in Waldgebieten deshalb besonders vorsichtig – und das sollte man ihnen tunlichst nachmachen. “Die Gefahr sich schwere Verletzungen bei einem Wildunfall zu zuziehen sind, im Gegensatz zu einem Wolf- oder Bärenangriff, sehr realistisch.” (canoeguide.net)

Skuriles:
was uns in Skandinavien (vor allem in Norwegen) sofort auffiel, waren die geparkten, weißen Wohnmobile vor jedem Wohnhaus. Es schien, als hätte jeder einzelne Skandinavier einen eigenen Camper – der am Wochenende natürlich ausgiebig ausgeführt wird. Von Freitag bis Sonntag tuckern dann endlose Wohnmobilkolonnen durch die Gegend.
Auffallend ist auch die enorme Dichte an Elektroautos. Gefühlt jedes 10. vorbeikommende Fahrzeug auf unserem Roadtrip war ein Tesla.

Auch die fehlenden Vorhänge an den Fenstern der Wohnhäuser sind auffallend. Von der Straße aus blickt man direkt in die schön eingerichteten Wohnzimmer und Küchen der Einheimischen. Die Fenstersimse im Inneren der Wohnräume sind über und über mit außerordentlich tollem Dekor geschmückt. Oft steht eine (auch in der Nacht eingeschaltete) Lampe am Fenster.

skandinavisches Design

Sprachbarieren:
in allen skandinavischen Staaten wird (sehr gut) englisch gesprochen. In den berühmtesten Touristengebieten (zB. Borgund, Nordkap … ) sogar Deutsch, Mandarin, Französisch … Infotafeln an Sehenswürdigkeiten sind meist auch auf Englisch übersetzt, Broschüren gewisser Attraktionen sind manchmal in mehreren Sprachen erhältlich.

Geld:
in Norwegen gilt die norwegische Krone (NOK), in Schweden die schwedische Krone (SEK), in Dänemark die dänische Krone (DKK) – nur in Finnland gilt der Euro. Doch überall in Skandinavien kann man (sogar die kleinsten Beträge) problemlos mit (Kredit-) Karte bezahlen. Ein Umtauschen von Euro in Kronen ist also nicht umbedingt notwendig. (In einigen berühmten Touristengebieten in Dänemark, Norwegen und Schweden kann man auch mit Euro bezahlen – jedoch zu einem schlechten Wechselkurs.)

Preise:
die skandinavischen Länder gelten als teure Reiseländer. Auch wir persönlich empfanden die Preise als relativ hoch (für Lebensmittel, Benzin, Souvenirs, Eintritte für Attraktionen). Wobei es in Norwegen mit Abstand am teuersten war – in Finnland am billigsten.

Trockenfisch – eine nordische Delikatesse

Souvenirs:
Standard-Souvenirs wie Elchsticker, Norwegermütze und allerhand Krimskrams kann man an zahlreichen kleinen Ständen an Touristenattraktionen wie zB. Wasserfällen erstehen. Doch wie wäre es einmal mit einem Troll-Märchenbuch für Kinder? Oder einer Grußkarte vom Weihnachtsmann? Weitere schöne Ideen für gelungene Mitbringsel: schmackhafte Rentiersalami aus Lappland, schickes skandinavisches Design für Zuhause oder eines der berühmten ‘Dalapferdchen’. (Übrigens: angeblich werden Elchwarnschilder und Ortsschilder mit einprägsamen Namen gern als Souvenir geklaut – aber bitte nicht nachmachen.)

Reisezeit:
Skandinavien ist ganzjährig bereisbar. Jeder kann für sich selber entscheiden, ob er die nordischen Länder lieber während den wärmeren Monaten (Mai – August) oder während den kälteren besuchen möchte. Dabei hat jede Jahreszeit ihre ganz eigenen Reize. Blühende Wiesen, lange Tage, (meist) schneefreie Berge im Sommer; wunderbare Winterwunderlandschaften zum Hundeschlittenfahren im Winter.

Doch das liebe Wetter spielt auch in den nordischen Ländern manches Mal verrückt. Auch wenn die Sommer größtenteils mild verlaufen, sollte man sich auch auf regnerisches und kaltes Wetter einstellen. Auch im Frühsommer gibt es oft noch winterliche Temperaturen und Schnee. Viele Pass- und Bergstraßen unterliegen einer Wintersperre, die oft bis in den Juni reicht. Um Frustration und Umwege zu vermeiden, sollte man sich vor der Reise darüber informieren. (Wir selbst sind aufgrund mangeldner Vorbereitung auf mehrere gesperrte Straßen gestoßen. Wir konnten unsere Reiseziele dadurch oft nicht erreichen und mussten mitunter hunderte von Kilometern an Umwegen in Kauf nehmen.)

Ein Vorteil, der für den Sommer als Reisezeit spricht: die Mitternachtssonne, die am 21.Juni ihren Höhepunkt erreicht. Am Polarkreis scheint sie dann 24 Stunden lang. (Wir hatten in Island und auch in Skandinavien das Vergnügen die Länder während der Mitternachtssonne erkunden zu dürfen. Klar, am Anfang ist es ungewohnt, wenn es nie wirklich dunkel wird. Doch schon bald hat man sich an die Helligkeit gewöhnt und spürt die ‘Vorteile’: viele Attraktionen lassen sich so auch mitten in der Nacht, abseits der Touristenmassen, die alle friedlich in ihren Hotelbetten schlummern, besichtigen. Tipp: beim Schlafen während einer taghellen Nacht hilft eine Schlafmaske.)

Pluspunkt für die kälteren Monate: man hat vor allem am Polarkreis gute Chancen Polarlichter zu sehen (Aurora borealis) und vermeidet die Touristenmassen.

Winterwunderland

Militärzonen:
im spärlich bewohnten Lappland befinden sich viele Militärzonen. Manchmal sind die Sperrgebiete mit Schildern und Zäunen gekennzeichnet, doch manchmal gibt es keinerlei Hinweise. Man sollte also ein wenig darauf achten, wo man seinen Camper für die Nacht parkt. (Wir selbst wurden auch einmal von der finnischen Armee freundlich “verjagt” – wir standen einfach zu nah an einem tief im Wald liegenden, für uns nicht ersichtlichen Stützpunkt.)

Straßen:
die Straßen in Skandinavien sind allgemein in einem sehr guten Zustand. Vor allem im südlichen Schweden und Norwegen wird fleißig asphaltiert und verbreitert. Nur in einigen engen Bergtälern im Gebirge kann man schon mal auf eine äußerst schmale Straße im schlechten Zustand treffen.
Mehrspurige Autobahnen gibt es nur in Dänemark und im Süden Schwedens, Norwegens und Finnlands. Die meisten anderen vielbefahrenen Straßen zwischen größeren Städten und Dörfern sind Landstraßen (meist mit Tempolimit 80km/h).
In den gesamten skandinavischen Staaten muss man keine Maut für Straßen bezahlen. Nur in Norwegen muss man an speziellen Brücken, Tunneln, Passstraßen oder vor gewissen Städten eine Gebühr bezahlen. Meist mittels “AutoPass” – eine Kamera an der Mautstelle erfasst das Kfz-Kennzeichen. Touristen, die sich nicht im Vorfeld bei der Mautgesellschaft registriert haben, wird die Rechnung per Post geschickt. (Wir warten noch auf unseren Brief … wir sind gespannt, ob er überhaupt irgendwann kommt.) (Update: der Brief von der Mautgesellschaft kam rund 1 Monat später tatsächlich!)

Achtung: in Norwegen findet man eine Vielzahl an Tunnel. Manche sind modern und breit, manche sind beängstigende, dunkle, äußerst schmale, anarchisch aus dem Fels gehauene Schlunde ohne Beleuchtung – als würde man direkt in die Hölle fahren. Also: Obacht bei Tunnel.

unterwegs auf Skandinaviens Straßen

Fähren:
Vor allem Norwegen ist ein von Fjorden regelrecht zerklüftetes Land. Um nicht die ganze Strecke um einen mitunter kilometer langen Fjord herumfahren zu müssen, gibt es meistens Fähren, die die Passagiere und ihre Fahrzeuge auf direktem Weg zum gegenüberliegenden Ufer bringen. Sie starten meistens alle 15-30 Minuten und setzen, je nach angesteuerten Hafen, in wenigen Minuten zum anderen Ufer über. Für die Einheimischen sind sie ein ganz normales Verkehrsmittel.

Man braucht in der Regel keine ‘Vorreservierung’, um mit einer Fähre zu fahren. Man kann einfach zum Fährhafen kommen, (wenn vorhanden) beim Ticketschalter ein Ticket kaufen oder direkt auf dem Schiff bezahlen. Meistens kostet die Fahrt ca. 14 € (für 2 Personen und einem normalen Auto. Für Wohnmobile wird es teurer.)

Tankstellen:
Versorgungsstellen für euren durstigen mobilen Untersatzt sind weit verbreitet. Auch in Lappland gibt es so gut wie in jedem Kaff eine Tankstelle (doch die Kaffs an sich sind manchmal Hunderte von Kilometern voneinander entfernt). Es ist nicht umbedingt nötig einen zusätzlichen Benzinkanister dabei zu haben – im abgelegenen Lappland sollte man aber vielleicht in jedem Dorf auftanken.
(Strom für Elektroautos gibt es auch fast an jeder Tankstelle.)

Weiters gibt es an fast jeder Tankstelle Luftpumpen für den Reifendruck und Wasser (mit dem man auch Tanks und Wasserkanister auffüllen kann. Achtung: in Finnland muss man für das Wasser bezahlen! Ca. 2€ für einen Kanister, ab 3€ für einen großen Wohnmobil – Wassertank.)

Lebensmittel:
in jedem größeren Dorf gibt es einen Supermarkt. Neben den hohen Preisen sticht einem sofort die außerordentlich große Auswahl an Milchprodukten ins Auge. Die meisten großen Läden verfügen außerdem über ein weites Angebot an Haushaltswaren und (schönen) Dekoartikeln.

wasserreiche Staaten

In Skandinavien sind alle Plastikflaschen Pfandflaschen. Man kann sie in speziellen Containern am Supermarkteingang zurückgeben und erhält dafür einen Wertbon. Für uns Italiener war dies anfangs ein wenig “gewöhnungsbedürftig”, da dieses System in Italien so gut wie nirgends vorzufinden ist. (Bis zum Schluss haben wir auch tatsächlich vergessen unsere gesammelten Pfandflaschen wieder zurückzugeben. Tja, blöd gelaufen.)

In Schweden gibt es skurilerweise keine Plastikflaschen mit Mineralwasser ohne Gas. Auf Nachfrage bekamen wir folgende Antwort: “Wasser ohne Gas? Warum? Wir haben stilles Wasser zu Hause. Wenn wir wollen, können wir dort unsere Flaschen Hundert Mal auffüllen.” Verständlich, doch wenn man mit seinem eigenen Campervan (ohne fließendes Wasser) unterwegs ist, stellt dies ein kleines Problem dar. Wir haben dann auf unserer gesamten Reise stets die Mitarbeiter an den Tankstellen gefragt, ob sie uns freundlicherweise unsere Trinkflaschen mit Leitungswasser auffüllen könnten – und haben erstaunlicherweise nicht ein einziges Mal eine Abfuhr bekommen!

Internet:
fast alle Tankstellen, Bars und Restaurants verfügen über gratis (wenn auch manchmal sehr langsames) Wifi. Schnelles WLAN gibt es zB. in den Touristeninformationen an den berühmtesten Attraktionen, wie Nordkap und Borgund – und natürlich im McDonalds 😉

 

 

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