Skandinavien – der Roadtrip

Skandinavien – der Roadtrip

 

DER ALLTAG UND WIE MAN ES AUCH GÜNSTIG DURCH SKANDINAVIEN SCHAFFT

 

Den Abend verbrachten wir an einem sehr schönen Fjord. Wir aßen Couscous mit Gemüse. Die Sonne ging gerade unter und tauchte die kleinen Wolken am Himmel in rosa Zuckerwatte. Die bunten Holzhäuschen am Ufer spiegelten sich im dunklen, ruhigen Wasser des Fjords. Kleine, grüne Schäreninseln ragten aus den Wogen. Ein wunderschöner Anblick. Ein norwegisches Postkartenidyll.

Du möchtest wissen, wie man genau das auch mit einem kleinen Budget schafft? Das Zauberwort heißt: camping.

 

 

Unser Roadtrip durch Skandiavien führte uns in rund einem Monat und 18.000 km einmal quer durch Norwegen, Schweden und Finnland. Von Malmö in Südschweden, über Norwegens Fjorde und die atemberaubenden Lofoten, durch das einsame schwedische und finnische Lappland, hinauf bis ans Nordkap – dem nördlichsten Punkt Europas – und sogar bis zu Santa Claus himself!

Unsere Reise begann bei uns Zuhause in Südtirol – Italien. Anfang Mai bepackten wir unser selbst umgebautes Auto mit einen Haufen Kram, stopften es bis zum Rand hin mit Lebensmitteln voll und fuhren los.

In unserem schwarzen Ford Cmax hatte Lukas hinten auf den Sitzen und im Kofferraum eine Holzkonstruktion eingebaut, die sich jeden Abend kinderleicht zu einem Bett ausklappen ließ. Darauf kamen ein paar dünne Schaumstoffmatratzen, zwei Schlafsäcke – voilá! Jede einzelne Nacht auf unserem Trip durch Skandinavien schliefen wir im Auto. Ja, bequem ist etwas anderes. Und ja, kalt war es auch. Doch es ist billig.

 

 

Zudem übernachteten wir ausschließlich auf kostenlosen Plätzen. Manches Mal an Autobahnraststätten (vor allem in Deutschland auf dem Weg nach Skandinavien), Rast- und Picknickplätzen (die in Skandinavien meistens sehr gepflegt und sauber sind. Oft liegen sie malerisch an einem Fjord oder See). Oder wir campierten irgendwo im Nirgendwo. Dank des ‘Jedermannsrechts’ war dies in Skandiavien kein Problem (siehe good to know). Vor allem in abgelegenen Gebieten findet man leicht einen passenden Platz, an dem man ungestört übernachten kann.

So bezahlten wir für einen Monat Skandinavien Roadtrip nicht einen einzigen Cent für Hotels oder Campingplätze und konnten trotz der hohen Preise in Norwegen und Co. unser kleines Budget einhalten.

 

 

 

Das liebe Preisniveau in Skandinavien ist wirklich höher, als in Mitteleuropa. Um dem zumindest etwas entgegenzuwirken, kauften wir viele (haltbare) Lebensmittel in Italien und packten damit unser Auto bis obenhin voll. Nudeln, Saucen, Kekse, Chips usw. Außerdem kochten wir jeden einzelnen Tag selbst (die Kochutensilien wie Töpfe, Campingkocher usw. hatten wir auch von zuhause mitgebracht).

Geduscht wurde (festhalten!) im Freien. Ja, du hast richtig gelesen: im F R E I E N bei durchschnittlichen 4 Grad. Das war zwar kalt, aber kostenlos. Dafür verwendeten wir unsere selbst gebaute ‘Rohrdusche’ auf dem Autodach. Da sich das eingefüllte Wasser im schwarz lackierten Rohr dank der winterlichen Temperaturen nicht wirklich erwärmte, kochten wir das Wasser vorher in einem Topf und gossen es dann in unsere Dusche. (Selbstverständlich duschten wir nicht mitten in einer Stadt! Sondern im Wald oder in einem abgelegenen Gebiet, wo uns keiner störte oder sah … außer vielleicht ein Eichhörnchen.)

 

 

 

Übrigens: das Wasser für die Dusche bekamen wir jedes einzelne Mal völlig kostenlos von den Tankstellen. (Dort gibt es meistens einen Gartenschlauch, mit dem man seine Kanister oder Tanks auffüllen kann. Achtung: in Finnland wird dafür oft Geld verlangt!) Unser Trinkwasser haben wir meistens auch an den Tankstellen aus dem Wasserhahn kostenlos auffüllen lassen. Einfach nett fragen 😉

Alkoholische Getränke, Restaurantbesuche, Zigaretten und Souvenirs, wie zB. Wollprodukte, lassen das kleine Reisebudget jedoch schnell schmelzen. Tipp: Genussmittel (sofern nach Zollvorschrift möglich) von zuhause mitbringen.

 

 

Du siehst, es ist gar nicht so schwer auch mit einer kleinen Reisekasse durch Skandinavien zu düsen. Hier haben wir für dich eine genaue Kostenaufstellung userer Skandinavienreise erstellt.

 

Skandinavien Kostenaufstellung:

Benzin

(für rund 18.000km)

698€
Lebensmittel

(für rund 1 Monat inkl. Snacks, Fastfood und Hygieneprodukten wie Shampoo usw.)

292€
Souvenirs 146€
Brücke Storebealt

(hin und retour)

64€
Brücke Öresund

(hin und retour)

64€
Kleine Fähren 27€
Maut 14€
Nordkap

(Parkplatz und Museum)

57€
Weihnachtsmann

(Foto und Postkarten)

50€
totale 1.412€

 

Insgesamt haben wir in einem Monat rund 1.412€ für 2 Personen ausgegeben – den größten Teil davon für Benzin. Puh, ein echter Brocken! Man sollte jedoch bedenken, dass wir in einem Monat rund 18.000km gefahren sind. Das sind rund 600km pro Tag! “Oje, so viel will ich aber gar nicht fahren!”, wirst du dir jetzt denken. Das musst du auch nicht. Das Gute bei einem Roadtrip: jeder kann selbst entscheiden wohin, wie schnell und wie viel er fährt. Reduzierst du die Strecke um die Hälfte, reduzierst du damit auch die Kosten um die Hälfte. Finde heraus wie hoch dein Tagesbudget ist und wie viele Kilometer du höchstens damit zurücklegen kannst. So lassen sich Roadtrips ganz einfach dem individuellen Budget anpassen. Weiter sollte man nicht vergessen, dass das Fahrzeug selbst, die Geschwindigkeit, die Ladung und das Fahrverhalten auch zum Benzinverbrauch beitragen. Wer langsam fährt und über ein sparsames Auto verfügt, spart bares Geld.

Die nächste größere Position in unserer Kostenaufstellung betrifft die 292€ für Lebensmittel. In dieser Summe sind alle Lebensmittel, alle Hygieneartikel (wie Shampoo, Zahnpasta usw), alle Snacks und die wenigen Fastfood-Ketten Besuche zusammen aufgeführt. Wenn man dies durch das ganze Monat und 2 Personen teilt, kommt man auf einen Wert von knappen 5€ pro Tag und Person. Gar nicht mal so viel, oder? Natürlich könnte man auch hier noch Abzüge machen um die Reisekasse zu schonen (keine Snacks an Tankstellen kaufen – sie sind meist überteuert und kein Fastfood!).

Wer bei den Souvenirs und teuren Aktivitäten spart, Preise vergleicht und selbst kocht, kann auch mit relativ wenig Geld bequem durch Skandinavien reisen. So steht auch deinem Trip durch die nordischen Länder nichts mehr im Weg! 🙂

 

Teilen:

2 Kommentare

  1. Samuel
    10. Dezember 2018 / 1:48

    Schön geschriebener Reisebericht. Ich hätte mi eine Frage, wie habt ihr es geschafft bei einer Strecke von ca. 18.000 Km nur 698€ auszugeben?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.