Weltreise – der Anfang, die Planung und die Zweifel

Weltreise – der Anfang, die Planung und die Zweifel

„Während ich den Flughafen in Sydney entlangschlendere, vorbei an den Gates, die in alle Himmelsrichtungen führen, sehe ich, was ich will. Ich will reisen. Jetlag und Meer, von Flughafen zu Flughafen, durch die Wartehallen, am liebsten in die hintersten Ecken dieser Erde. Afrika, Kolumbien, Feuerland. Und mitten rein in Abenteuer, die tiefer gehen als gewöhnliche Kratzer…. Vielleicht will ich auch etwas ganz anderes, etwas finden, was ich noch gar nicht suche, das irgendwo weiter hinten wartet. Aber dazu brauche ich die ganze Welt.“, schrieb Andreas Brendt in seinem Buch „Boarderlines“. Ich liebe das Buch.

Diese Zeilen bringen alles auf den Punkt. Sie sind die Quintessenz eines ganz besonderen Gefühls, das nicht alle fühlen … oder verstehen. Dieser unaufhaltsame Drang in einen Flieger zu steigen – dieses unaufhörliche Fernweh – das belgeitet mich schon mein Leben lang. Auch wenn ich mitten in einer Reise stecke, schmiede ich in meinem Kopf schon Pläne für die nächste und die übernächste Destination. Weißt du was ich meine?

 

 

Seit vielen Jahren reise ich nun kreuz und quer um die Welt – so viel wie möglich – so weit wie möglich. Doch neben Schule oder Arbeit ist dies nicht immer so leicht. Manchmal reicht die Zeit nicht. Manchmal reicht das Geld nicht.

Und nun … nun ist es soweit.
Lukas und ich stürzen uns in ein neues Abenteuer – eine Weltreise. Eine Weltreise, die uns 10 Monate lang durch 4 Kontinente führen wird.

Wir planen unsere Weltreise nun seit ca. einem halben Jahr. Immer und immer wieder haben wir unsere Pläne und Vorstellungen über den Haufen geworfen und alles wieder umgestellt. Haben weitere Staaten zu unserer Route dazu geholt und andere gestrichen. Denn wir haben zwar fast ein Jahr lang Zeit, dennoch reicht es nicht aus um all unsere Traumdestinationen zu besuchen. Den Jahreszeiten wollten wir uns auch anpassen. Also wurde die Route erneut verändert.

Und nach langem Hin und Her steht nun seit einigen Monaten die grobe Route fest: Patagonien – Skandinavien – USA und Kanada – Australien – NeuseelandMalaysia .

 

 

Für die Art und Weise wie wir unsere Weltreise bestreiten wollen, haben wir uns auch entschieden: es sollen Roadtrips durch die einzelnen Länder werden. Wir lieben es auf den Straßen dieser Welt unterwegs zu sein und haben nach unserem Roadtrip durch Island letzten Sommer gemerkt, dass das genau “unser Ding” ist. Einen umgebauten Campervan, eine Landkarte und los gehts. Man ist flexibel und frei.

Die Flüge und die gemieteten Campervans haben wir schon gebucht. Natürlich, damit grenzt man seine “Flexibilität” ein, doch wir haben es gern, wenn zumindest irgendwas “geplant” ist. Und die Preise – vor allem für die Flüge – sind bei langer Vorrausbuchung einfach unglaublich viel billiger. Bei den Mietautos mussten wir auch das Risiko miteinkalkulieren, dass in der Hochsaison (in der wir in den jeweiligen Ländern meist unterwegs sind) unsere gewünschten Modelle eventuell vergriffen sein könnten und wir dann gezwungen wären ein teureres Auto zu buchen.
So haben wir Vor- und Nachteile der Buchungen erwogen, Preis – Leistung verglichen und uns schließlich für das “kleinere Übel” entschieden: wir können mit “Vorgeplantem” einfach besser leben, als mit “Überteuertem”.

Um die Weltreise zu ermöglichen, sparten wir monatelang. Dann kündigten wir unsere sicheren Jobs und unseren Mietvertrag, packten unsere Sachen, verkauften all den anderen Kram und zogen für ein paar Monate mit Sack und Pack wieder bei unseren Eltern ein. Nach mittlerweile 6 Jahren wieder zurück ins Elternhaus zu kommen, war schon etwas komisch. Klar, es ist bequem. Man wird bekocht und umsorgt. Doch es ist auch beengend.

 

 

Und nun rückt der Tag der Abreise immer näher.
In ein paar Tagen ist es soweit. Wir sind schon ein bisschen aufgeregt … ja ok, wir sind schon sehr aufgeregt. Es sind noch sehr, sehr viele Kleinigkeiten zu erledigen.

Und immer wieder tauchen kleine Zweifel auf …
Ist es wirklich die richtige Entscheidung? Lohnt es sich wirklich, alles aufzugeben? Unsere sicheren Jobs? Und unsere Wohnung? Wenn es zu Problemen kommt? Wenn nicht alles so glatt läuft, wie wir es uns erhoffen? Und was, wenn unser Budget nicht reicht? Wenn wir uns verkalkuliert haben? Und wenn die Weltreise unsere Beziehung zerstört? Wenn wir uns nichts mehr zu sagen haben? Oder uns anzicken? Was, wenn alles ein einzig großer Fehler war?

 

 

Unsere gemeinsame Mietwohnung bewohnten wir bereits seit 4 Jahren. Wir hatten die Möbel erst neu gekauft (zwar alles nur von Ikea, aber trotzdem). Wir hatten uns eingelebt. Es war nun unser „Zuhause“. Unser Rückzugsort. Unsere eigenen Vier Wände. Dort wurde gekocht und gewaschen, gelacht und gestritten und geliebt. Wir lebten unseren Alltag. Es war sicher. Und komfortabel.

Und nun gaben wir dies alles auf. Für etwas Neues. Für etwas Unbekanntes.
Doch vielleicht ist genau dieses Unbekannte, das Schöne am Neuen … und das Schöne am Leben.

 

 

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