Weltreise – die Kosten

Weltreise – die Kosten

 

Eine (Welt)Reise kostet in den allermeisten Fällen Geld. Oft sogar viel Geld. Sehr viel Geld. Die Kosten einer Weltreise sind wohl die größte Hürde für jeden Traveller – und die größte Sorge für jeden, der darüber nachdenkt eine Weltreise zu starten.

Um etwas Licht ins Dunkle zu bringen, wollen wir dir hier die Kosten unserer eigenen, 10 monatigen Weltreise erklären und aufzeigen welche wichtigen Punkte du beachten solltest, wenn es um die Budget Planung deiner eigenen Weltreise geht.

die Kosten unserer Weltreise

Für unsere 10 monatige Weltreise haben wir rund 15.000€ pro Person bezahlt.

Der Trip führte uns durch 11 verschiedene Länder und 4 Kontinente: Patagonien, Italien, Skandinavien (Schweden, Norwegen, Finnland), USA & Kanada, Australien, Neuseeland, Malaysia – im Allgemeinen eine ziemlich ungewöhnliche Route und eher teure Reiseziele. (Die genaue Route und Beschreibung unserer Reise findest du übrigens hier.)

Besonders war auch unser Reisestil: wir waren nicht als Backpacker unterwegs, sondern hatten in jedem Land (außer in Malaysia) einen eigenen fahrbaren Untersatz.

 

Hier siehst du eine grobe Aufstellung unserer Gesamtkosten für 10 Monate Weltreise für 2 Personen

 

 

Insgesamt gesehen, waren die “Lebenserhaltungskosten” der größte Budgetfresser unserer Weltreise. In der Summe von 11.500€ sind jedoch nicht nur Lebensmittel, sondern auch alle Beautyprodukte (wie Shampoo und Zahnpasta), Eintrittsgelder (zB. für Nationalparks), Souvenirs, Medikamente und der gesamte Treibstoffverbrauch miteinberechnet.

In der oberen Grafik kannst du sehen, dass die Kosten für Benzin insgesamt sogar höher waren, als alle anderen “Lebenserhaltungskosten” zusammen. Auf den einzelnen Tag berechnet hatten wir insgesamt rund 38€ für Essen, Benzin und Übernachtungen zur Verfügung. Bis zum Schluss gaben wir im Durchschnitt rund 21€ pro Tag für Benzin aus und nur 17€ für alles andere (Essen, Beautyprodukte, Eintritte, Medikamente, Aktivitäten…).

Das grobe Tagesbudget von 38€ hatten wir uns schon vor unserer Weltreise ausgerechnet. Und weil wir zu 99% immer selbst kochten und wild campierten (also nix für Übernachtungen bezahlen mussten), konnten wir es bis zum Schluss auch immer einhalten. Hätte wir immer auf Campingplätzen oder in Hostels geschlafen, hätte die ganze Geschichte ganz anders ausgesehen.

Alle 9 Flüge zusammen (darunter waren 5 Langstreckenflüge) kosteten uns rund 4.500€ für 2 Personen.

Die Mietautos schlugen mit insgesamt rund 8.600€ zu Buche. In Patagonien bezahlten wir rund 1.000€ für einen umgebauten Van (für 1 Monat), in den USA rund 5.000€ für einen Minivan (für 3 Monate), in Australien rund 1.800€ für einen umgebauten Campervan (für 2 Monate) und in Neuseeland rund 800€ für einen umgebauten Campervan (für 1 Monat). (Für die 3 Monate, die wir mit unserem eigenen Campervan in Europa verbrachten, mussten wir logischerweise keine Miete bezahlen.)

Unter dem Punkt “Sonstiges” fallen alle anderen Kosten, die vor der Weltreise auf uns zukamen. Wie zum Beispiel: Kosten für Imfpungen, Visa, die internationalen Führerscheine, Reiseführer und Straßenkarten …

 

 

 

 

 

 

deine Weltreise – Budgetplanung

Jeder, der über eine Weltreise nachdenkt, denkt zwangsläufig auch an die Kosten.
Die Faustregel gilt: 1.000€ pro Monat pro Person
DOCH es gibt sehr, sehr viele Variablen, die diese Summe beeinflussen können.

Die wichtigsten Punkte, die du für die Planung deines Weltreise-Budgets beachten solltest:

 

1. Welche Länder/Kontinente möchtest du besuchen?

Der wohl wichtigste Punkt: WOHIN soll die Reise gehen?
Asien gilt im Allgemeinen als sehr günstigstes Reiseziel. Vor allem in Südostasien und Indien kommen Budget-Reisende voll auf ihre Kosten. Südamerika ist im Vergleich auch recht günstig. Teurer wird’s in Nordamerika, Europa, Australien, Neuseeland und Afrika.

Mit einem Budget von 1.000€ kannst du in Thailand vielleicht 2 Monate lang leben, in Australien jedoch nur 2 Wochen. Um dir einen groben Überblick über deine möglichen Weltreise-Kosten zu verschaffen, solltest du also damit beginnen, dir darüber Gedanken zu machen, wohin du gerne reisen möchtest und wie lange du mit deinem Budget dort bleiben kannst.

Planst du gerade deine Weltreiseroute, dann überlege dir auch, ob ein sogenanntes “around the world” Ticket für dich in Frage kommen würde. Dieses Ticket beinhaltet bestimmte Flüge, die dich einmal rund um die Welt bringen (zB. Europa – Nordamerika – Fiji – Australien – Asien – Europa). Ein around the world Ticket hat Vor- und Nachteile: es kann je nach Route eine günstige Variante sein, schränkt dich aber in deiner Flexibilität ein wenig ein. Es gibt zahlreiche Anbieter solcher Tickets. Im Internet findest du sehr viele Infos darüber.

Einen wirklich tollen und lesenswerten Beitrag zu den Kosten einer Weltreise haben Anne & Sebastian vom Reiseblog www.reisefroh.de geschrieben. Schau doch mal vorbei 🙂

 

2. Wie kommst du von A nach B?

Klasse, du hast dich für deine Wunschdestinationen entschieden. Nun stellt sich die Frage, WIE du von einem ins andere Land reisen möchtest bzw welche Transportmittel du innerhalb eines Gebietes nutzen möchtest und kannst.

Bei dieser Frage ist neben deinen finanziellen Möglichkeiten auch der Faktor ZEIT ausschlaggebend. Allgemein gilt: je mehr Zeit, desto günstiger. Je schneller du reist, desto teurer wird es. Beispiel: in Südostasien sind Züge & Überlandbusse die günstigste Möglichkeit von A nach B zu reisen. Sie sind jedoch sehr langsam und für eine Strecke, für die du mit dem Flugzeug vielleicht 2 Stunden brauchst, benötigst du mit dem Bus 10 Stunden.

Du solltest dir also überlegen, welche Transportmittel du nutzen kannst und musst. Wirst du über Land reisen? Oder fliegen? Besuchst du ein Land mit vielen Inseln?

Möchtest du mit öffentlichen Verkehrsmitteln reisen oder mit einem eigenen fahrbaren Untersatz? Regionen wie Asien eignen sich besonders gut für Traveller, die mit Öffis unterwegs sind. In entlegenen Gebieten von Australien, Afrika oder Südamerika sind öffentliche Busse/Züge jedoch selten. Da kann ein eigenens Auto von Vorteil sein.

Solltest du dich für einen eigenen fahrbaren Untersatz entscheiden, musst du dir die Frage stellen: Mietfahrzeug oder eigenes Auto bzw im Reiseland ein Auto kaufen?

Mietautos sind in der Regel teurer – du musst dich dafür aber nicht mit Versicherungen, Reparaturen, Wartungen usw. rumärgern. Ein Fahrzeugkauf im Reiseland rentiert sich in der Regel nur, wenn man wirklich mehrere Monate mit dem Auto unterwegs sein wird. Eine Reise mit dem eigenen Fahrzeug von zuhause aus kann eine interessante Möglichkeit sein – sofern die angepeilten Länder mit dem Auto überhaupt zu erreichen sind – muss man das Auto oft und über große Distanzen verschiffen, so wird es mitunter sehr, sehr teuer.

 

3. Wo schläfst du?

Um dir einen groben Überblick über die möglichen Kosten deiner Weltreise zu verschaffen, solltest du dir als nächstes überlegen, WO du übernachten möchtest. Im Reiseland angekommen, werden Übernachtungskosten wahrscheinlich deine größten Budgetfresser werden! Die Auswahl ist gigantisch! Luxushotel, Hostel, Bed & Breakfast, Campingplatz, Guesthouse, Van, Couchsurfing…

Natürlich hängen deine Unterkunftsmöglichkeiten auch ein wenig von den Ländern und Orten ab, die du dir für deine Weltreise ausgesucht hast. Bist du größtenteils in den Megametropolen Asiens unterwegs, wird’s mit einem Zelt etwas schwieriger werden – da würde sich ein günstiges Hostel/Guesthouse/Couchsurfing besser anbieten. Bist du jedoch auf einem Roadtrip durch Nordamerika und besuchst die Nationalparks, wäre ein eigenes Zelt (oder Van, in dem du schlafen kannst) wohl die billigste Option.

Tipp: verschaffe dir auf booking.com (oder anderen Buchungsplattformen) einen groben Überblick über die Übernachtungskosten in den Städten/Ländern, die du besuchen möchtest. Wichtig: gib in der Suchfunktion auch das möglichst passende Datum ein – Hochsaisonspreise können sich nämlich sehr, sehr stark von Nebenssaisonspreisen unterscheiden!

 

4. Welche Aktivitäten planst du?

Ich meine damit jetzt nicht “wandern gehen” und “schwimmen” oder so … sondern, ob du vor hast zB. einen Tauchschein zu machen oder einen Skydive oder einen Segelausflug durch die Whitsunday Islands oder einen Helikopterflug über Los Angeles oder eine Mehrtageswanderung nach Machu Picchu … also außergewöhnliche Aktivitäten, die mitunter sehr viel Geld kosten können. Diese Überlegungen sollten in deine Budgetplanung einfließen.

Tipp: behalte dir bei deiner Kostenplanung immer ein schönes Polster frei – für genau solche außergewöhnlichen Aktivitäten! Während deiner Weltreise wird es vorkommen, dass du an irgendeinem wundervollen Ort stehst und die eine Sache unbedingt machen möchtest – weil du weißt, dass sie eine unglaubliche Erfahrung sein wird. Es wäre so schade, wenn dein Budget diese Aktivität dann nicht zulassen würde.

 

5. Nebenkosten – die versteckten Budgetfresser

Neben all den offensichtlichen Kosten, die bei einer Weltreise auf dich zukommen (Flüge, Verkehrsmittel vor Ort, Unterkünfte, Essen, Aktivitäten), solltest du die “versteckten” Nebenkosten nicht vergessen und dir immer ein schönes Polster für Überraschungen frei halten!

Sprich:
– Visakosten (sie können je nach Reiseland sehr hoch ausfallen und ein riesen Loch in dein Budget fressen)
– Kosten für Auslandskrankenversicherungen bzw für Krankenahusaufenthalte /Medizin solltest du keine gute Auslandskrankenversicherung haben.
– Kosten für bestimmte, manchmal sehr teure Medikamente (zB. Malaria Prophilaxe) und Impfungen
– Anschaffungen VOR deiner Reise: Rucksack, Schlafsack, Campingzeugs, Reiseführer …
– wenn du mit deinem eigenen Fahrzeug unterwegs bist: Versicherungs- und Zollkosten, Kosten für Reparaturen, Kosten für ein Carnet de Passage (sofern du eines brauchst)
– in manchen Ländern: Bestechungsgeld …

 

6. Urlaub oder work & travel?

Je nachdem wie hoch dein Budget ist und wie lange du unterwegs sein möchtest, kann es von Vorteil sein in manchen Ländern nicht nur zu reisen, sonder auch zu arbeiten. Du kannst deine Reisekasse aufstocken, verbesserst deine Fremdsprachenkenntisse und lernst Leute & Land sehr intensiv kennen.

Die beliebtesten Gebiete für work & travel sind: Australien, Neuseeland, Kanada. Doch es gibt noch sehr viele andere Länder, in denen Reisende gut Arbeit finden. Wichtig dabei: du musst dir vorher ein WORKING TRAVEL VISA holen – sonst wird’s illegal …
Im Internet findest du dafür zahlreiche Anbieter und Informationen über das Thema Work & Travel.

 

Puh, das war viel Input für den Anfang. Aber dies sind die 6 Punkte, über die du dir bei deiner Weltreise-Budgetplanung Gedanken machen solltest.

Der 7. und vielleicht wichtigste Punkt von allen: WAS MÖCHTEST DU? Eine Weltreise ist wahrscheinlich ein sehr einschneidendes, “once in a lifetime” Erlebnis – es sollte genauso werden, wie DU es dir immer vorgestellt hast!

Alle Weltreisenden schlafen in einem billigen Hostel im 10er Dorm? Das mag seine Vorteile haben, ist aber definiv nix für dich? Dann solltest du es auch nicht tun. Es ist DEINE Weltreise. Du solltest sie so gestalten, wie DU es für richtig haltest.

Du möchtest lieber in schönen Hotels übernachten, hast aber nur ein begrenztest Budget zur Verfügung? Okay, überlege dir ob work & travel etwas für dich wäre um deine Reisekasse aufzubessern oder ob du deine Reisezeit verkürzt um dafür in teureren Hotels/Orten zu sein.

Setz dich hin, hol dir Papier und Stift, mach Notizen. Geh die Punkte alle sorgfältig durch. Recherchiere im Internet und in Reiseführern! Sprich mit jemandem, der bereits eine Weltreise hinter sich hat.

Am Ende solltest du eine grobe Budgetplanung erstellt haben – der erste Schritt in ein unvergessliches Erlebnis!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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