3 Pässe Tour durch den Hohen Atlas

3 Pässe Tour durch den Hohen Atlas

 

Schneebedeckte, gezackte Berge, fruchtbare Täler, fantastische Felsformationen, winzige Berberdörfer und Traumaussichten, die einem nie wieder loslassen werden. Die 3 Pässe Tour von Tabant nach Bou Thrarar ist wohl mit das Schönste, das der Hohe Atlas zu bieten hat und sollte auf keiner Reiseroute durch Marokko fehlen.

Für uns persönlich war diese Tour eine unserer Favoriten in Marokko und ein echtes Abenteuer – spannend, fordernd, unvergesslich.

Wichtig für diese Tour:

  • Strecke: rund 90km
  • Erforderliche Zeit: je nach Straßen- und Witterungsverhältnissen 3-6 Stunden
  • einfache Navigation
  • Schwindelfreiheit von Nöten – keine Leitplanken
  • bei guten Straßen- und Witterungsverhältnissen auch für normale Pkws möglich
  • Achtung: im Winter kann die Piste wegen Schneefall auch für alle Fahrzeuge unpassierbar sein!
  • Die Tour kann auch in entgegen gesetzer Richtung befahren werden

 

Blick auf das „Glückliche Tal“

3 Pässe Tour von Tabant nach Bou Thrarar: Steckenverlauf 

Gestartet wir im kleinen Berberdorf Tabant. Vor allem sonntags herrscht hier Trubel – dann kommen Berber aus der gesamten Umgebung, um auf dem wöchentlichen Souk ihre Waren zu verkaufen. Das bunte Treiben und die Karawanen von vollgepackten Eseln allein sind einen Besuch wert!

Hinter dem Dorf verlässt man die asphaltierte Straße und biegt auf eine gut geschobene Piste Richtung Südosten (Koordinaten: 31.6590393, -6.3844547). Die neu angelegte, breite Schotterstraße führt in Serpentinen immer höher den Berg empor. Es ergeben sich geradezu magische Aussichten auf das fruchtbare sogenannte „Glückliche Tal“ mit seinen Feldern, den sanft geschwungenen Hügeln und schneebedeckten Bergen am Horizont.

 

am Pass Tizi n‘ Ait Imi

Nach ca. 15km hat man die erste Passhöhe des Tizi n‘ Ait Imi (2.905 m) erreicht. Hier sollte man unbedingt eine (längere) Pause einlegen und den sagenhaften Ausblick bewundern! Bizzar geformte Felsen, gezackte Gipfel, geschwungene Täler – ein Weltklasse-Bergpanorama (vor allem wenn auf den Bergspitzen Schnee liegt)!

Ab der Passhöhe schraubt sich die breite, gute Piste in Serpentinen hinunter ins Tal. Hier führt eine neu geschobene Schotterstraße an einem Trockenflussbett entlang und führt an wunderschönen Felsformationen vorbei, die an die fantastischen Hoodoos des Bryce Canyon erinnern.

Man kommt an einigen klitzkleinen Berberdörfern vorbei, in denen Nomaden mit ihren Tieren leben. 

Die Piste überquert einen (niederen) Fluss und schraubt sich in engen Serpentinen den nächtsten Berg hinauf. Hier ergeben sich Traumaussichten auf das Tal und die geschwungene Straße.

 

durch die wundervolle Bergwelt des Hohen Atlas

Bei Kilometer 38 erreicht man die kleine Passhöhe Tizi n’Tounsa (2.770 m). Ab hier führt die Piste durch schöne Täler wieder bergab.

Nach einem erneuten Anstieg hat man nach ca. 46km den Tizi el Fouqani (2.997 m) erreicht. Der Ausblick über die Berglandschaft ist majestätisch!

Ab hier führt die neu geschobene, breite Piste hinunter ins Tal. Man kommt an atemberaubenden Flusstälern und mehreren schönen Berberdörfern vorbei, in denen es auch einfache Unterkünfte gibt.

Am kleinen Dorf Ameksar (oder auch Ouzighimte) gibt es zwei Möglichkeiten: die einfachere Strecke über einen Pass (2.200m), die gerade erneuert wird oder die abenteuerliche Fahrt durch die schmale Amejgag Schlucht (nur für Geländefahrzeuge bis max. Defendergröße geeignet). Beide Optionen führen zum bezaubernden Dorf Amejgag.

 

durch die schneebedeckten Berge

Ab dem Dorf Amejgag folgt man der Piste Richtung Süden bis man schließlich am Dorf Alemdoun auf die Asphaltstraße trifft, die nach Bou Thrarar, M’Gouna und Skoura führt.

Achtung: am Dorfausgang von Amejgag führt die Piste durch einen Fluss, der saisonsbedingt manchmal bis zu einem halben Meter tief ist – hier sind eine hohe Watttiefe und Allrad von Vorteil.  

 

tolle Strecke für Abenteurer

Wichtige Hinweise für die 3 Pässe Tour:

Update: nach Bauarbeiten ist der Großteil der Piste nun asphaltiert. Nur die Strecke über den ersten Pass (Tizi n‘ Ait Imi) ist noch geschottert. Die gesamte Strecke ist jedoch in einem sehr guten Zustand und kann problemlos von allen Pkws befahren werden. (Stand April 2020 – ein Dankeschön an Burkhard und Sabine von der Pistenkuh für die Information. Für die ultimativen Overland-Abenteuer schaue doch einmal auf ihrer Website vorbei: www.pistenkuh.de

Achtung: man sollte niemals vergessen, dass man sich auf dieser Tour in Höhen von 2.500 – 3.000m bewegt. Das ganze Jahr über muss mit Schneefällen und tiefen Temperaturen gerechnet werden. In den Wintermonaten wird der Schnee auf der Piste mit Bulldozern geräumt, doch – wie alles in Marokko – ist dies eine Dienstleistung, die gerne auch einmal ohne Vorwarnung komplett ausfallen kann oder nur teilweise erfolgt. Im Winter kann außerdem so viel Schnee liegen, dass die geräumte Spur so eng wird, dass nur mehr schmale Fahrzeuge in Defendergröße hindurch passen. Loser Untergrund kann durch den Schnee aufgeweicht werden – dann ist ein Allrad nötig.

Im Allgemeinen ist die Piste ein wahrer Traum, auf den sich alle Abenteuerlustigen freuen können! Im Sommer ist sie für jedes Fahrzeug machbar und für jeden Reisenden eine wunderschöne Tour. Im Winter und bei schlechter Witterung kann sie jedoch unpassierbar werden!

 

Hilfreiche Tools für deine Tour:

 

Piste durch die Berge
Nomade auf dem Tizi n‘ Ait Imi Pass
in den Wintermonaten ist die Piste oft schneebedeckt

 

 

 

 

 

 

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4 Kommentare

  1. 31. Januar 2019 / 11:18

    Traumhafte Bilder! Wenn man sich in solchen Landschaften bewegt, kommt man sich richtig klein vor. Von Marrakesch aus habe ich das Atlasgebirge gesehen und war total beeindruckt. So eine Tour möchte ich auch gern mal machen.

    Liebe Grüße,
    Tamara

    • ValeriaTheTravely1
      Autor
      31. Januar 2019 / 11:58

      Liebe Tamara, vielen lieben Dank für deinen netten Kommentar.
      Das Atlasgebirge ist wirklich atemberaubend schön!
      Ich kann es kaum erwarten wieder dorthin zurückzukehren.
      Im Sommer könnte man eine solche Tour auch mit einem normalen Mietauto machen.

      Lg, Valeria

  2. Lukas
    27. Januar 2019 / 14:50

    Wow cooler Bericht!

    • ValeriaTheTravely1
      Autor
      27. Januar 2019 / 14:50

      Dankeschön 🙂

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