Marokko

Marokko

 

Wieder zuhause in Südtirol, sitze ich vor meinem Laptop und denke darüber nach, wo ich nur anfangen soll. Bilder von Sand und Salzwasser schwirren durch meinen Kopf. Schotterstraßen, Eselskarren und Palmen. Marokko hat uns gelinde gesagt „umgehauen“ – landschaftlich wie menschlich.

Marokko hat uns verzaubert.
Marokko hat uns erstaunt.
Und irgendwie hat Marokko seine Spuren auf uns hinterlassen.

Müsste ich mich für ein Highlight entscheiden, würde die Wahl schwer fallen. Vielleicht die köstlichen Lammtajines. Die filigranen Messinglampen. Die bunten Teppiche. Die Dünen. Die Sonnenuntergänge. Die Freundlichkeit. Die Gastfreundschaft. Oder vielleicht doch der zuckersüße Minztee, in den wir uns unsterblich verliebt haben.

 

mit unserem Reisemobil durch Marokko

Während unserer Reise sind wir mit unserem eigenen Geländefahrzeug rund 1 Monat kreuz und quer durch den Wüstenstaat gedüst. Trubelige Medinas, entspannte Surfstrände, schneebedeckte Gipfel und Dünen so weit das Auge reicht.

Hier haben wir all die Highlights unserer Marokkoreise für dich zusammen getragen. Weiter unten findest du viele allgemeine Informationen über das Land (zB. über Straßenverhältnisse, Sicherheit usw). Lass dich inspirieren!

 

 


 

 

1. Marokkanische Gelassenheit

In Marokko drehen sich die Uhren etwas anders, als in Europa. Hier geht alles etwas langsamer und gemächlicher voran, als wir es vielleicht gewohnt sind. Das kann erfrischend wirken – einem jedoch auch zur Weißglut treiben. In Marokko geschieht alles „Inshallah“ – „so Gott will“.
Am besten nimmt man es mit Humor und schließt sich der marokkanischen Leichtigkeit an – man ist schließlich im Urlaub.

2. Sprache

In Marokko wird arabisch gesprochen. Zweitsprache ist Französisch. In Touristenhochburgen spricht man auch Englisch. Die Verkäufer in den berühmten Souks sprechen alle Sprachen, die ihre Kunden auch sprechen.
Außerhalb der Metropolen und Touristen-Hotspots wird es schwieriger. Hier sprechen die Einheimischen nur arabisch und wenn man Glück hat ein wenig Französisch.

3. Sicherheit

Marokko gilt als sicheres Reiseland und ist das stabilste Land im nördlichen Afrika.
Übergriffe auf Touristen sind sehr selten. Trotzdem sollte man die üblichen Sicherheitsmaßnahmen beachten (seine Rolex nicht gerade offen zeigen, Kameras nicht unbeaufsichtigt auf dem Tisch lassen, nur wenig Bargeld mit sich führen). Im Gewusel der Medinas auf die Handtasche aufpassen.

Wir selbst haben uns während unserer 1 monatigen Reise durch Marokko stets sehr, sehr sicher gefühlt.

4. Frauen unterwegs in Marokko

Ein Thema über das man sich streiten kann… Man hört die verschiedensten Geschichten über weibliche Reisende in Marokko.

Ich, Valeria, kann nur von meinen persönlichen Erfahrungen sprechen. Ich bin zusammen mit meinem Freund durch Marokko gereist. Ich habe mich als Frau in Marokko nicht eine Sekunde lang unsicher oder irgendwie „belästigt“ gefühlt – im Gegenteil. Ich wurde stets mit großer Freundlichkeit und einem gewissen „Respekt“ empfangen. Selten kam es vor, dass marokkanische Männer nicht auf meine Fragen antworteten, sondern sich an meinen Freund wandten – doch das lag nicht an Unhöflichkeit, sondern an ihrer muslimischen Erziehung.

Ich habe nach dem ersten Tag in Marokko auch kein Kopftuch mehr getragen – nicht weil ich es nicht wollte, sondern weil ich bemerkte, dass es nicht nötig war. Viele marokkanische Frauen selbst (vor allem die jüngere Generation in den Städten) tragen kein Kopftuch mehr. In und an religiösen Stätten ist es jedoch ratsam ein Tuch bei sich zu und es evtl. locker um den Kopf zu tragen.

Aufreizende Kleidung (sehr eng anliegend, kurz, tief ausgeschnitten) ist natürlich tabu. Es wird einem als Reisende zwar verziehen – gerne gesehen ist es dennoch nicht.

 

Als Frau unterwegs in Marokko: in religiösen Einrichtungen Kopftuch tragen

5. Internet

Wifi gibt es meist nur in den Hotels und Riads der Touristenhochburgen. Sehr selten findet man Wifi auch in einem Restaurant.

Wer länger in Marokko bleiben und die Touristen-Hotspots verlassen möchte, sollte sich eine marokkanische SIM Karte besorgen. Die gibt es an Flughäfen, Fährterminals, vielen großen Mariane Supermärkten und in quasi jedem „Tante Emma Laden“ um die Ecke (der Verkäufer richtet einem auch die neue SIM Karte ein).

Wir haben für eine SIM Karte von Maroc Telecom für 1 Monat rund 20€ für 20GB bezahlt.
In Marokko sind mobile Daten auch für die Navigation in den verwinkelten Gässchen der Souks sehr hilfreich.

6. Wetter

Das Wetter in Marokko lässt sich grob in zwei Kategorien einteilen: nördlich des Hohen Atlas herrscht mediterranes Klima. Sprich: wenn es im Winter in Europa kalt ist, ist es im nördlichen Marokko auch relativ kalt. Man sollte daher immer warme Kleidung mit sich führen.

Südlich des Hohen Atlas wird das Klima von der Sahara beeinflusst. Hier ist es das ganze Jahr über deutlich wärmer und im Sommer glühend heiß. Beachten: auch in der Wüste kann es nachts sehr kalt werden! Immer warme Kleidung mit sich führen.

In den Gebirgen selbst herrscht alpines Klima. Im Winter schneit es, im Sommer ist es schön kühl.

 

Auf den Bergen des Hohen Atlas liegt lange Zeit Schnee

7. Währung

In Marokko wird mit Marokkanischem Dirham bezahlt.
11 Dirham entsprechen ca. 1 € (Stand April 2019). In allen großen Städten, an den Flughäfen, Fährterminals und Touristen-Hotspots gibt es Wechselstuben, Banken und ATMs. An Straßenständen, fliegenden Händlern und Souks ist es jedoch auch möglich mit Euro zu bezahlen – es wird meistens pauschal mit 1€ für 10 Dirham berechnet. Doch Achtung: es werden nur unbeschädigte Euro Geldscheine angenommen (selbst Banken können beschädigte Scheine nicht wechseln).

Achtung: außerhalb der großen Städte und in Souks ist es oft nicht möglich mit Karte zu bezahlen! Auch an Tankstellen und in normalen Supermärkten wird oft nur Bargeld akzeptiert. 

8. Straßen

In Marokko gibt es ein gut ausgebautes Netz an Straßen. Es gibt ein paar wenige mautpflichtige Autobahnen, viele Landstraßen und noch viel mehr Pisten.
Zur Zeit herrscht in Marokko ein regelrechter Straßenbau-Boom! Täglich werden neue Straßen erschlossen und Pisten asphaltiert. Und da in Marokko die Teermaschinen sehr viel schneller laufen, als die Druckereien in Europa, kann es sein, dass Straßenbeschreibungen in Reiseführern oft überholt sind. Was vorher eine holperige Bergpiste war, kann innerhalb von wenigen Monaten zu einer breiten Asphaltspur geworden sein.
In den Städten herrscht auf den Straßen immer sehr viel Trubel. Hier ist größte Vorsicht geboten.
Die Medinas sind meist komplett für den Verkehr gesperrt.

 

Landstraße nahe dem wunderschönen Dadestal

9. Fahrverhalten & Gefahren auf Marokko’s Straßen

In Marokko herrschen quasi dieselben Straßenregeln und Geschwindigkeitsbeschränkungen wie bei uns in Europa. Es gibt nur wenige Raser.
Doch es gibt eine Vielzahl anderer Gefahrenquellen auf Marokko’s Straßen: Eselskarren, Horden von Fahrradfahrern (die nicht auf die Autos achten), noch größere Horden von Fußgängern, die kreuz und quer über die Straßen laufen (hier hält sich niemand an Zebrastreifen), bis zum äußersten Rand und darüber hinaus beladene Lastwagen (die bei starkem Seitenwind gerne umkippen), in Wüstengebieten Sandverwehungen und im Gebirge Schneestraßen, die nicht immer geräumt werden.
Vor allem nachts sollte man das Auto besser stehen lassen – viele der marokkanischen Fahrzeuge fahren auch mal gerne ohne Licht.

10. Parken

In marokkanischen Großstädten gibt es kostenpflichtige Parkgaragen (meist außerhalb des Zentrums) und bewachte Parkplätze (vor den Toren der Medinas). Hier variieren die Preise je nach Stadt sehr stark (von 2-10€ pro Tag).
Lässt man sein Fahrzeug an einem bewachten Parkplatz kann man davon ausgehen, dass ihm nichts zustößt. Trotzdem sollten natürlich keine Wertgegenstände im Auto zurückgelassen warden.

11. (free) camping

In Marokko gibt es nur rund um die Touristenhochburgen normale (kostenpflichtige) Campingplätze.
Ansonsten kann man in Marokko überall (außerhalb von den Städten natürlich) wild campen und frei stehen. Solange man den Verkehr oder die Anwohner nicht stört, wird man keine Probleme bekommen. Man sollte sich nur darauf einstellen, dass womöglich ein paar neugierige und geschäftstüchtige Einheimische vorbei schauen, um einem irgendwas zu verkaufen. Wer das nicht möchte, muss sich einen weit abgelegenen Platz suchen, der nicht einsehbar ist.
Natürlich gilt wie immer „leave no trace“ und respektiere die Anwohner!

 

frei stehen in der Steinwüste

 

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