Tunesien

Tunesien

 

Manche Länder hinterlassen ihre Spuren auf den Reisenden. Sie erstaunen, sie entführen ihre Besucher in eine fremde, fantastische Welt aus längst vergangenen Zeiten. Sie verzaubern und lassen einem tief im Herzen nie wieder los. Für uns ist Tunesien eines dieser Länder.

Der aufregende Mix aus Tradition und Moderne, aus Wüste und Meer macht den kleinen Maghrebstaat am Mittelmeer zu einem sehr attraktiven Reiseziel. Und wer eine Prise Abenteuerlust mitbringt, wird in Tunesien reich belohnt – mit den köstlichsten Datteln, schönen Stränden, kargen Canyonlandschaften, fruchtbaren Oasen, Filmkulissen, Wehrburgen, echten hidden gems und einem goldenen, endlosen Sandmeer, so schön, dass es einem glatt die Tränen in die Augen treibt.

 

 

Doch Tunesien punktet nicht nur in Sachen Landschaft. Vor allem die aufrichtige Herzlichkeit und Freundlichkeit der Einheimischen lassen jedes Urlauberherz höher schlagen. Trotz Wirtschaftskrise und zusammengebrochenem Tourismus, wird man als Reisender nicht bedrängt. Im Gegenteil! Man wird mit Optimismus, Geduld und offenen Armen empfangen.

Ehrlich gesagt, haben uns Tunesien und seine Menschen tief berührt. Für die Zukunft wünschen wir uns, dass wieder mehr Reisende nach Tunesien finden und sich, genauso wie wir, in das Land und die Leute verlieben.

 

 

 

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Hier haben wir die absoluten Highlights unserer Tunesien Reise für Dich zusammengetragen. Wenn du weiter nach unten scrollst, findest du außerdem jede Menge allgemeine Infos über Tunesien (zB. über das (wilde) camping in Tunesien, über Straßenverhältnisse, Währung, Sicherheit usw…).

 

 

 

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Währung/Geld

Währung ist der tunesische Dinar (TND). 1€ = 3TND (Stand Februar 2019)

An den Flughäfen und gleich vor dem Fährhafen in Tunis gibt es Wechselstuben. Ansonsten kann man Dinar an Bankautomaten abheben. Neue Bankautomaten können sogar Euro- oder Dollarscheine einziehen, in Dinarscheine wechseln und wieder ausgeben (zB. im Luxuskaufhaus Grammarth Centre).

Tunesien ist im Allgemeinen ein sehr preiswertes Reiseland.
Regionales Gemüse, Obst und Hauptnahrungsmittel sind günstig. Ausländische Markenprodukte (zB. Lindt Schokolade) sind jedoch sehr teuer.

Die Benzin und Dieselpreise sind auch sehr nieder. (Im Dezember 2019 kostete 1l Diesel umgerechnet rund 0,50€.) Auch bestimmte Dienstleistungen sind sehr preiswert (zB. Autowäsche inkl. Unterbodenreinigung = 3€)

 

 

Wetter

In Tunesien herrschen zwei grob eingeteilte “Klimazonen”: in den nördlichen Landesteilen herrscht mediterranes Klima (die Sommer sind angenehm warm, die Wintermonate mild aber oft regnerisch), in den Saharaausläufern im Südwesten des Landes herrscht Wüstenklima (im Sommer steigt dort das Thermometer gerne auf über 40 Grad. Die Winter hingegen sind schön warm. Achtung, nicht vergessen: nachts kann es in der Wüste empfindlich kalt werden!).

Für einen Badeurlaub an der Küste empfehlen sich die Monate Mai bis Oktober. Für eine Tour zu den Saharaoasen sollte man die Wintermonate wählen.

 

 

Religion

Staatsreligion ist der Islam. Tradition wird groß geschrieben, doch auch wenn die meisten tunesischen Muslime die Regeln befolgen, lehnen sie jede Art von religiösem Fanatismus ab.
Wie in jedem anderen muslimischen Land sollten Reisende einige Verhaltensregeln beachten: keine zu auffälligen Zuneigungsbeurkundungen in der Öffentlichkeit, keine zu aufreizende, knappe oder durchsichtige Kleidung.

Frauen sind in Tunesien laut Verfassung gleichberechtigt und selbstbestimmt. Kopftuch wird nur von ca. 50% der Frauen getragen. Touristinnen müssen (außer in religiösen Einrichtungen) kein Kopftuch tragen.

 

Sprache

In Tunesien wird Arabisch gesprochen. Zweitsprache ist Französisch. Doch viele Tunesier sprechen auch etwas Englisch und oft Italienisch. In den Touristenorten verstehen auch viele Deutsch.
Für eine Individualreise nach Tunesien sind Französischkenntnisse sicherlich von Vorteil (vor allem wenn man mit Polizisten/Beamten sprechen muss).

 

Anreise

Die meisten Reisenden kommen mit dem Flugzeug ins Land. Verbindungen gibt es zwischen zahlreichen europäischen Städten und Tunis, Enfindha, Monastir und Djerba.

Wer mit dem eigenen Fahrzeug anreisen möchte, muss eine Fähre nach Tunis nutzen. Sie verkehren mehrmals wöchentlich zB. aus Italien (Palermo, Civitavecchia, Genua) oder Frankreich (Marseille). Die Fährpreise können je nach Anbieter, Reisezeit und Strecke stark variieren! Am besten informiert man sich rechtzeitig auf www.directferries.com und vergleicht dort die Preise.

Mehr Informationen über die An- und Abreise im trubeligen Fährhafen von Tunis, findest du übrigens hier in diesem separaten Bericht. 

Mit einem gültigen Reisepass können Besucher bis zu 3 Monate in Tunesien bleiben.

 

 

Straßenverhältnisse

In Tunesien gibt es ein paar sehr gute Autobahnen (sie verbinden Tunis mit Gabès im Süden, Bizerte im Norden und Beja im Nordwesten). Für manche Teilstücke wird eine Maut erhoben (die Maut muss an kleinen Mauthäuschen an den Autobahnen bezahlt werden – ähnliches System wie in Italien und Portugal). An den Autobahnen gibt es auch zahlreiche gepflegte Rastplätze.

Achtung: auch auf der Autobahn trifft man oft auf Fußgänger und am Straßenrand parkende Autos – hier gilt höchste Wachsamkeit!

In Tunesien gibt es außerdem viele gute “Hauptverkehrsstraßen”, die alle größeren Ortschaften miteinander verbinden. Sie werden von allen Verkehrsteilnehmern gleichermaßen benutzt: Schwertransporte, Eselskarren, Taxis, Pickups, Kutschen … Oft herrscht starker Verkehr.

Des weiteren gibt es viele kleine Sträßchen (befestigt und unbefestigt), die die kleineren Dörfer miteinander verbinden. Sie führen oft kreuz und quer durch die Landschaft und werden nur wenig frequentiert.

Die Straßenverhältnisse sind im Allgemeinen gut.

Aber Achtung: die Einheimischen sind recht halsbrecherisch unterwegs – vor allem auf den viel befahrenen Hauptverkehrsstraßen nehmen sie wenig Rücksicht auf Gegenverkehr, Tempolimit oder Vorfahrtsregeln.  

 

 

Jasminrevolution

Im Jahr 2010 nahm mit der tunesischen Jasminrevolution der sogenannte “Arabische Frühling” seinen Anfang. Vor allem junge, gut ausgebildete Tunesier ohne Zukunftsperspektiven demonstrierten gegen das autokratische Regime. Als sich dann auch noch das Militär auf ihre Seite schlug, floh das amtierende Staatsoberhaupt Zine el-Abidine Ben Ali nach 23 Regierungsjahren. 2014 kam es schließlich zu den ersten demokratischen Präsidentschaftswahlen. Tunesien gelang es als einzigem arabischen Land, die Ideale der Jasminrevolution umzusetzen und den Übergang zur Demokratie zu vollziehen.

 

Sicherheit

Tunesien galt lange als eines der sichersten Länder Nordafrika’s. Die Jasminrevolution 2010 und die Terroranschläge von 2015, bei denen auch zahlreiche Touristen starben, haben dieses Bild jedoch etwas verschoben.

Seit 2015 ist der Tourismus praktisch zum Erliegen gekommen – und auch Jahre später gilt Tunesien für viele Urlauber immer noch als rotes Tuch.

Wir persönlich würden Tunesien im Allgemeinen als sicheres Reiseland einstufen. Die letzten Jahre waren sehr ruhig. Die Tunesier sind sehr bemüht das Vertrauen wieder aufzubauen. Praktisch an jedem Stadtein- und ausgang gibt es Polizeikontrollen. Urlauber werden jedoch meistens durchgewunken.

In “eventuell kritischen Gebieten” (zB. Grenzregion zu Algerien) werden ausländische Reisende überaus fürsorglich behandelt. Vor allem die Polizeibeamten sind sehr bemüht ein Gefühl der Sicherheit zu übermitteln (man wird eskortiert, der Schlafplatz patroulliert usw).

 

 

Die tatsächliche Sicherheitslage eines fremden Staates einzuschätzen ist nicht leicht. Unsere Einschätzung ist subjektiv und beruht auf unseren persönlichen Erlebnissen während unserer Tunesienreise im Dezember 2019.

Wir persönlich haben keinerlei “gefährliche Situationen” erlebt. Einmal haben wir eine kleine Straßenblockade von Demonstranten gesehen (wurden aber von anderen Einheimischen sicher außen herum geleitet. Die Polizei war auch vor Ort.).
Einmal  wurden wir von der Polizei von El-Guettar bis nach Gafsa eskortiert (ab Gafsa durften wir dann alleine weiter Richtung Tozeur fahren, die Hauptverkehrsstraße jedoch nicht verlassen).
In Tozeur patroullierte die Polizei nachts mehrmals um unseren Schlafplatz, unsere Daten wurden dokumentiert und sogar der hiesige Polizeichef kam persönlich vorbei um uns seine Privatnummer da zu lassen – “Nur für alle Fälle!” 😉
In Grammarth nahe Tunis wurden wir von der Polizei nachts zu einem “sichereren” Schlafplatz geschickt, an dem sie dann später auch mehrmals patroullierten.
Auch von anderen Reisenden haben wir ähnliche Berichte gehört. Ob diese Sicherheitsmaßnahmen tatsächlich nötig sind, können wir nicht beurteilen. Unserer Meinung nach galten sie eher dazu das Vertrauen wiederaufzubauen. Für uns schien es, als sei vor allem die “Garde Nationale” (Nationalgarde) dazu aufgerufen, sich mit vollem Einsatz um Touristen zu kümmern.

Information:
“Das deutsche Auswärtige Amt warnt vor Reisen in das Gebiet südlich bzw. südöstlich einer Linie, die von der Grenze zu Algerien über Tozeur – Douz – Ksar Ghilane – Tataouine bis nach Zarzis führt, in das unmittelbare Grenzgebiet zu Algerien und den Gebirgsregionen um El Aioun und der Provinz Kasserine und von individuellen, nicht organisierten Wüstentouren.”

 

 

Gesundheit

Das größte Gesundheitsrisiko für Touristen in Tunesien stellen wahrscheinlich Magen-Darminfekte dar. Reisende sollten darauf achten, nur geschälte und/oder gut gegarte Lebensmittel und nur abgefülltes Wasser zu sich zu nehmen (keine Eiswürfel).

In der Wüste sollte man sich mit Hüten, Sonnenbrille und Sonnencreme gegen die starke Sonneneinstrahlung schützen. Viel trinken nicht vergessen!

In Tunesien gibt es einige giftige Tiere (Schlange, Spinnen, Skorpione). Sie leben meist in trockenen Wüsten- und Felsregionen. Auch wenn eine Begegnung sehr, sehr selten ist, sollte man immer schön aufmerksam darauf achten wohin man tritt und fasst (niemals große Steine oder Holzteile einfach so vom Boden heben, sondern erst mit einem Stock ein Stückchen anheben/verschieben, auf auffällige Spuren im Sand achten, Schuhe vor dem Anziehen ausklopfen usw.).

 

 

Souvenirs

Tunesien und seine vollgestopften Medinas sind ein wahres Shoppingparadies!

Tipps für schöne Souvenirs:
– Datteln aus Douz (die “Deglet en-Nour” gelten als die besten Datteln der Welt. Sie sind in jedem Supermarkt erhältlich).
– hochwertiges, kaltgepresstes Olivenöl (in jedem Supermarkt erhältlich)
– Harissa (eine scharfe, rote Würzpaste. Erhältlich in jedem Supermarkt)
– Keramikware, wie filigran bemalte, bunte Teller und Schüsseln (in Sidi Bou Said findet man jede Menge kleiner Läden, die wunderschöne Keramikware verkauft – um den Preis feilschen nicht vergessen!)
– Teppiche
– “Sandrosen” (jeder Händler in der Wüste und praktisch jeder Shop im Süden Tunesiens verkaufen die faszinierenden Kristallgebilde, die tatsächlich an Rosenblüten erinnern. Sie bestehen aus Gips und entstehen durch schnell verdunstende Oberflächenfeuchtigkeit zB. beim Salzsee Chott el Djerid).

 

 

 

Wie in jedem anderen arabischen Land, wird das Feilschen um den Preis auch in Tunesien groß geschrieben und gehört zu jedem Medina Besuch dazu. Nicht vergessen: Araber sind sehr tüchtige Geschäftsmänner, die genau wissen was sie tun. Also nicht ärgern, wenn man bis zum Schluss doch einen überhöhten Preis zahlt 🙂 Wenn man den anfangs genannten Preis um 30-50% drücken kann, kann man schon sehr stolz auf sich sein. Manche wenige Shops (zB. in Sidi Bou Said) haben Festpreise – dann sind die Preise an den jeweiligen Souvenirs angeschlagen. 

Anmerkung: wir persönlich fanden die tunesischen Verkäufer nicht so aufdringlich, wie in anderen arabischen Staaten. Im Gegenteil, sie verhielten sich meist sehr freundlich und zurückhaltend. Sie zeigen ihre Ware, lassen einem in Ruhe gucken und stöbern und verabschieden sich höflich – auch wenn man nichts kauft. 

 

 

Internet

Planst du eine längere Reise durch Tunesien, ist eine tunesische SIM Karte empfehlenswert. Diese gibt es zB. von den Anbietern ORANGE oder OOREDOO. Die Preise sind mit 25 Dinar für 25GB bzw. 55 Dinar für 55GB sehr gut!

Die SIM Karten gibt’s in den vielen kleinen Tante Emma Läden und Tabacktraffiken am Straßenrand (auf die “Orange” oder “Ooredoo” Schilder am Shop achten). Achtung: die meisten dieser Läden haben sonntags geschlossen!

Im schönen Zephyr Kaufhaus in la Marsa nahe Tunis gibt es einen Ooredoo Shop, der auch sonntags geöffnet hat.

Empfang gibt es außer in der tiefen Wüste praktisch überall!
Wifi gibt es meist nur in Hotels, Einkaufszentren und einigen Restaurants.

 

 

(wild) camping


Tunesien ist (noch) nicht die klassische Destination für Camper. Obwohl viele Mittelmeerstaaten, wie Marokko, Spanien und Portugal, schon seit Jahren einen regelrechten Vanlife- und Campingboom erleben, ist der Trend noch nicht nach Tunesien übergeschwappt. Dementsprechend mau sieht es mit herkömmlichen Campingplätzen aus.

Es gibt zwar einige wenige kostenpflichtige Campingplätze (mit Strom und Toiletten/Duschen), doch die sind nicht immer geöffnet. Die meisten von ihnen befinden sich an den Ausläufern der Wüste in Tozeur und Douz. Sie wurden hier während des Sahara-Tourismus Booms in den 80ern und 90ern errichtet.

Campingplätze am Meer – mit Pool, Supermarkt und Restaurant -, wie wir sie zB. aus Italien kennen, gibt es (noch) keine.

 

 

Doch trotz fehlender Einrichtungen, ist Tunesien ein tolles, sehenswertes Ziel für Camper! Denn hier kann man noch ungestört frei stehen – praktisch überall wo man möchte. Zwischen Olivenbäumen, an Seeufern, am Strand, an Dorfrändern, in den Bergen, in der Wüste …

Wildes Camping ist in Tunesien zwar eigentlich verboten, doch in der Realität werden Camper nicht bestraft oder verscheucht. Im Gegenteil! Überall wird man mit offenen Armen empfangen, denn die Einheimischen freuen sich aufrichtig über jeden Besucher, der ihr Land bereist.

 

 

In potenziell gefährlichen Gegenden (zB. nahe der algerischen Grenze – siehe auch Punkt “Sicherheit”) kann es vorkommen, dass Polizeibeamte am Stellplatz vorbeikommen und kontrollieren, ob es einem gut geht. Sie notieren sich evtl. die Daten der Camper und verweisen vielleicht auf einen sichereren Platz oder patroullieren nachts mehrmals um den Schlafplatz.

Was uns persönlich sehr gut in Tunesien gefallen hat, ist die Tatsache, dass man als Camper von Einheimischen niemals belästigt wird. Egal ob man abgeschieden zwischen Dünen oder gut ersichtlich nahe eines Dorfes steht, in Tunesien kommen keine nervigen Verkäufer vorbei, die einem ein Souvenir aufschwatzen wollen 🙂

 

 

Noch verschlägt es nur sehr wenige Camper und Vanlifer mit ihren Fahrzeugen nach Tunesien. Wenn überhaupt, trifft man auf Wüstenfahrer, die mit ihren Jeeps oder Motorrädern an einer Ralley teilnehmen. Vans sieht man keine. Und damit meine ich WIRKLICH KEINE! Doch das wird sich in den nächsten Jahren sicherlich ändern! Das warme, sonnige Klima, die günstigen Preise, die schöne Landschaft und die herzlichen Einheimischen werden immer mehr Camper anlocken. Und ich bin mir ganz sicher, schon bald wird Tunesien denselben Boom erleben wie Marokko. Also nicht’s wie los! Auf nach Tunesien – bevor die Massen kommen! 🙂

Tipp: auf der Park4Night App sind einige Schlafplätze eingetragen. Auch wir haben dort unsere schönsten Stellplätze markiert.    

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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