Vanlife – Überwintern in der Türkei

Vanlife – Überwintern in der Türkei

 

Überwintern im Süden – Strand, Palmen und jede Menge Sonnenschein. So oder so ähnlich lautet der Wunsch vieler Overlander. Manche von ihnen zieht es nach Spanien, nach Portugal oder auf die Kanaren, nach Griechenland, nach Marokko oder eben auch in die Türkei. Überwintern in der Türkei – wie wir unseren Winter in der Türkei erlebt haben, ob sich die Türkei überhaupt als Überwinterungs-Ziel eignet und was du unbedingt vor deinem Aufbruch gen Süden wissen solltest, erfährst du in diesem Artikel.

 

Sonne, Strand und Meer - das ist das Ziel der meisten Overlander
Sonne, Strand und Meer – das ist das Ziel der meisten Overlander

 

Die meisten Overlander, die im Süden überwintern möchten, wünschen sich Sonne und warme Temperaturen. Sie wollen dem oft grauen, nassen Winter in Mitteleuropa entfliehen und ziehen gen Süden.

Spanien, Portugal und die Kanaren gehören schon seit Langem zu den europäischen Top Destinationen, wenn es um das Überwintern im Wohnmobil oder Van geht.

Manche Reisende wagen auch den Sprung über das Mittelmeer und verbringen ihre Wintermonate im sonnigen Marokko.

(Eine Reise nach Marokko können wir übrigens sehr empfehlen! Egal ob mit einem Wohnmobil, Kasten- oder Geländewagen, Marokko ist atemberaubend schön und eignet sich ganz hervorragend für einen Roadtrip – oder zum Überwintern! Auf unserem Blog findest du jede Menge Artikel über die schönsten Orte im Wüstenstaat und viele nützliche Informationen für deinen Marokko-Roadtrip.)

Auch Griechenland ist bei Überwinterern sehr beliebt. Wir selbst haben zwei volle Winter in Griechenland verbracht, haben die einsamen Strände genossen und die angenehmen Temperaturen. 

 

Die meisten Overlander zieht es im Winter gen Süden
Die meisten Overlander zieht es im Winter gen Süden

Überwintern in der Türkei – das solltest du wissen

Doch auch die Türkei wird bei Overlandern immer beliebter und immer mehr Reisende entscheiden sich dazu, dort die Wintermonate zu verbringen. Die Türkei ist ein absolut tolles Reiseziel – egal zu welcher Jahreszeit -, doch es gibt ein paar Punkte, die jeder Overlander über den türkischen Winter wissen sollte.

Die Türkei ist gelinde gesagt r i e s i g ! Es gibt viele verschiedene Landschaften und Klimazonen. Für einen gelungenen Winter-Roadtrip sollte man sich also im Vorfeld gut überlegen, in welcher türkischen Region man sich aufhalten möchte.

 

Überwintern in der Türkei wird immer beliebter
Überwintern in der Türkei wird immer beliebter

 

Wer sich nach Sonne, Strand und Meer sehnt, ist an der türkischen Mittelmeerküste am besten aufgehoben. Diese Region gilt im Allgemeinen als wärmste Region im Winter und lockt mit angenehmen Temperaturen und vielen Sonnentagen (im Winter hat es an der türkischen Mittelmeerküste tagsüber durchschnittlich 15 Grad).

Das Mittelmeer ist meistens bis in den Dezember und Januar hinein schön warm und angenehm zum Schwimmen – danach wird es oft kühler.

Die Strände sind in den Wintermonaten praktisch menschenleer. Wer also auf lange, einsame Strandspaziergänge steht und die schöne türkische Mittelmeerküste ohne Menschenmassen erleben möchte, ist hier genau richtig.

Viele touristische Einrichtungen (Hotels, Restaurants) an der Küste sind in den Wintermonaten über geschlossen. Auch die meisten Campingplätze sind geschlossen. Dafür ist das Freistehen meistens problemlos möglich.

 

im türkischen Inland locken sagenhafte Schätze (wie der Ishak Pasa Palast)
im türkischen Inland locken sagenhafte Schätze (wie der Ishak Pasa Palast)

 

Reisende, die es eher ins türkische Inland zieht (zB. nach Kappadokien), sollten sich auf kühlere Temperaturen einstellen. Anatolien (also das türkische Inland) ist im Sommer zwar drückend heiß, im Winter herrscht hier – und vor allem auf den weiten anatolischen Hochebenen – jedoch „Eiszeit“. Es gibt Schnee, eisige Winde und manches Mal fallen die Temperaturen auch auf bis zu -20 Grad – vor allem in den höher gelegenen Regionen.

 

In Anatolien kann es auch sehr kalt werden - wie hier am Salda Gölü
In Anatolien kann es auch sehr kalt werden – wie hier am Salda Gölü

 

Die türkische Schwarzmeerküste ist grün und niederschlagsreich – das ganze Jahr über. Doch auch hier kann es im Winter ziemlich ungemütlich werden.

Reisende, die die Wintermonate zwar im Süden verbringen, aber nicht komplett auf Schneespaß verzichten möchten, finden in den einsamen Kackar Mountains im Nordosten der Türkei endlose Möglichkeiten zum Skitourengehen. Die hohen Vulkane nahe Kappadokien, wie zB. der atemberaubend schöne Hasan Dagi, locken sogar mit kleinen Skigebieten – ganz ohne Menschenmassen.

 

-20 Grad in Anatolien
-20 Grad in Anatolien

Allgemeine nützliche Informationen für deine Türkeireise

Visum
Die meisten europäischen Reisenden können bis zu 90 Tage lang visumfrei in die Türkei reisen (dabei gilt die 90/180 Tage Regel). Auch das Reisefahrzeug kann 90 Tage lang in der Türkei verbleiben.
Wer länger bleiben möchte, kann ein sogenanntes „Ikamet“ (eine Aufenthaltsgenehmigung) beantragen. (Ein Ikamet ist kostenpflichtig. Spezielle Agenturen helfen bei der Beantragung.)
Alle Reisende, die mit dem eigenen Fahrzeug in die Türkei einreisen, sollten sicherstellen, dass die KFZ Versicherung auch die Türkei miteinschließt (ehemalige „grüne Karte“). Ansonsten kann an der Grenze eine türkische Autoversicherung abgeschlossen werden.

 

Highlight einer jeden Türkeireise: Kappadokien
Highlight einer jeden Türkeireise: Kappadokien

 

Preise
Die Türkei gilt im Allgemeinen als günstiges Reiseland. Vor allem die Preise für Lebensmittel, Restaurantbesuche, Unterkünfte (in der Nebensaison) und Dienstleistungen, wie zB. Friseur oder Mechaniker, sind in den allermeisten Fällen sehr viel günstiger als in Mitteleuropa.

Tipp: die türkischen (Bauern)Märkte sind in Sachen Obst- und Gemüseauswahl, Qualität und Preis einfach unschlagbar (in jeder größeren Ortschaft findet mindestens einmal pro Woche ein Markt statt).

Türkische Gastfreundschaft
Die sagenhafte Gastfreundschaft der Türken ist bis weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Überall wird man mit einem Lächeln und offenen Armen empfangen. Oft wird man zum Tee eingeladen – oder gar zum Abendessen. Die Türken freuen sich aufrichtig über Gäste – und das geben sie einem zu spüren.
Wir persönlich haben uns in der Türkei stets sehr willkommen gefühlt.

 

Türkische Souvenirs in Kappadokien
Türkische Souvenirs in Kappadokien

 

Kleine Ärgernisse
Doch auch wenn die oberen Zeilen alle toll klingen, gibt es – so wie in jedem Reiseland – auch Schattenseiten und kleine Ärgernisse, die den Roadtrip ein wenig trüben können.

Die Türkei hat ein großes Müllproblem. Zwar gibt es überall öffentliche große Mülltonnen, in der jeder seinen Müll entsorgen kann, trotzdem sind der Straßenrand, Aussichtspunkte oder Picknickplätze oftmals mit Müllbergen übersät.

Genauso wie in Griechenland, Georgien und einigen Balkanländern, gibt es auch in der Türkei sehr viele Straßenhunde. In den Städten werden sie zwar meistens sehr gut umsorgt, auf dem Land trifft man jedoch öfters auf sehr abgemagerte Hunde (und Katzen) in einem schlechten Zustand. Für manche Reisende ist dies nur schwer zu ertragen.

Die großen (!) türkischen Hirtenhunde, die sogenannten „Kangals“, können eine Herausforderung sein – vor allem für Reisende, die selbst mit Hund unterwegs sind. Sie wurden darauf trainiert ihre (Schaf)Herde vor Wolf- und Bärenangriffen zu schützen – und sie nehmen ihren Job sehr enst. Wer also selbst mit Hund unterwegs ist, sollte sich wenn möglich von Schafherden fern halten.

 

Unterwegs auf dem riesigen Tuz Gölü - dem großen Salzsee der Türkei
Unterwegs auf dem riesigen Tuz Gölü – dem großen Salzsee der Türkei

Überwintern in der Türkei – Ja oder Nein?

Ob sich die Türkei nun als gutes Ziel zum Überwintern im eigenen Reisefahrzeug eignet oder nicht, kommt ganz auf die jeweiligen Vorlieben an. Die Türkei ist mit Sicherheit eine tolle Destination um dem grau-nassen europäischen Winter zu entfliehen, Sonnentage und Badetemperaturen non-stopp darf man jedoch nicht erwarten – vor allem nicht von Januar-März. Für echte Sonnenanbeter und Wasserratten eignen sich die Kanaren, Südspanien, Südgriechenland oder Nordafrika dann doch besser.

 

Vor allem in Anatolien kann es im Winter sehr kalt werden
Vor allem in Anatolien kann es im Winter sehr kalt werden

 

Wer seinen Winter jedoch nicht nur am Wasser, sondern auch mit Sighseeing und ausgedehnten Roadtrips verbringen möchte und auch für den ein oder anderen Kälteeinbruch gewappnet ist, ist in der Türkei sehr gut aufgehoben und wird dort eine unvergessliche Zeit mit sagenhaften (Wild)Stellplätzen, sehr freundlichen Menschen und leckerem Essen erleben.

Du hast dich entschieden und wirst deinen nächsten Winter in der Türkei verbringen? Super! In unserem Artikel „Türkei Roadtrip – unsere 7 Highlights“ verraten wir dir unsere absoluten Lieblingsorte und in dem Artikel „Mit dem Reisemobil unterwegs in der Türkei“ findest du jede Menge nützlicher Informationen für deinen Roadtrip!  

 

Noch mehr Türkei-Inspiration gefällig? Dann hol‘ dir unseren neuen Türkei Reiseführer! Im Reiseführer verraten wir dir all unsere Highlights und Must Sees, die schönsten Stellplätze, die tollsten Routen und alle Informationen, die du für deine Türkei Reise benötigst. 

 

 

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2 Kommentare

  1. Ines
    26. April 2024 / 20:08

    Das Foto vom Ishak Paşa ist ja traumhaft schön. 🙂

    Ich war im März dort und in Van und trotz der Kälte total begeistert. Überhaupt ist die Türkei wunderschön.

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