Grenzübertritt in Patagonien

Grenzübertritt in Patagonien

 

Reist man kreuz und quer durch Patagonien, steht man irgendwann mit Sicherheit vor dem ein oder anderen Grenzübertritt zwischen Chile und Argentinien. Hier verraten wir dir alles, was du vor einem Grenzübertritt in Patagonien wissen solltest. 

Mit einem eigenen Fahrzeug braucht man neben dem eigenen Pass auch noch eine Menge weiterer Dokumente und Papiere für den Grenzübertritt. (Bei einem Mietauto wie zB. von Wickedcampers bekommt man beim Abholen des Fahrzeugs alle notwendigen Papiere.)

Die Überquerung der Grenzen zwischen Argentinien und Chile gehören zum Alltagsbild in Patagonien. Sie stellen normalerweise keinerlei Probleme dar und sind schnell erledigt.

 

Straße ans Ende der Welt

 

Es gibt nur eine Besonderheit zu beachten: Chile hat sehr strickte Einfuhrbestimmungen. Es ist verboten frisches Obst oder Gemüse, Eier, Fleisch- oder Milchprodukte nach Chile einzuführen (auch ‚verarbeitete Produkte‘ wie zB. Tomatensauce oder Marmelade könnten zum Problem werden). An chilenischen Grenzposten wird auch (mehr oder weniger fleißig) kontrolliert – manchmal gibt es Spürhunde oder spezielle ‚Scanner‘ für das Gepäck.

Sollte man einige der ‚verbotenen‘ Lebensmittel bei sich haben, gibt es 4 Möglichkeiten: man isst sie vor dem Grenzübertritt auf, man wirft sie weg (an jedem Grenzhäuschen gibt es große Mülltonnen), man deklariert sie (siehe unten) oder man versucht sie nach Chile zu ’schmuggeln‘ – was nicht empfehlenswert ist.

 

Routenplanung

Das Prozedere an den Grenzübertritten in Patagonien:

Der Ablauf an argentinischen und chilenischen Grenzen ist im Allgemeinen derselbe. In einem Grenzhäuschen muss man sich mit seinen Dokumenten und Papieren meist zu 3 verschiedenen Bürostellen begeben (gekennzeichnet mit 1, 2, 3).

An einer der Bürostellen bekommt man den Ein- bzw. Ausreisestempel für den Pass, an einer anderen bekommt man den Ein- bzw. Ausreisestempel für das Fahrzeug (hat man keinen eigenen Wagen, fällt dieser Schritt weg).

Meist wird man mit einem „adonde va?“  (wohin gehst du?/wohin geht ihr?) nach seinem Reiseziel gefragt (einfach die nächste angesteuerte Stadt sagen zB. Ushuaia oder El Calafate oder El Chaltén usw.).

Die letzte der 3 Bürostellen ist für den Zoll zuständig (vor allem auf dem Weg nach Chile wichtig – strenge Einfuhrbestimmungen!). Sollte man wissentlich ‚verbotene‘ Lebensmittel bei sich haben, sie aber nicht aufessen oder wegwerfen wollen, muss man sie deklarieren.

Ein Beispiel: man hat noch eine Packung Frischmilch für das Frühstücksmüsli im Camper. Man nimmt sich im Grenzhäuschen ein Formular und füllt es aus (und deklariert darin die „Milch“. Mit dem Formular geht man anschließend zur Bürostelle Nr.3 (Zoll) und erklärt dem netten Mitarbeiter, dass man noch 1l Milch im Fahrzeug hat. Zu 99% wird man keinerlei Probleme damit haben und entspannt über die Grenze fahren dürfen – samt Milch.

Sollte man jedoch wissentlich oder unwissentlich eines der ‚verbotenen‘ Lebensmittel bei sich haben und dies nicht deklarieren – es also nach Chile ’schmuggeln‘ – stellt dies eine Straftat dar. Ja, auch ein halbe aufgegessener Apfel irgendwo in den Untiefen des Rucksacks zählt dazu!

Tipp: es ist besser, auch den Müll (mit evtl. ‚verbotenen‘ Lebensmittelresten wie zB. Bananenschalen) vor dem Grenzübertritt zu entsorgen.

Hat man schließlich alle notwendigen Stempel für sich persönlich und sein Fahrzeug beisammen und seine Lebensmittel gegebenenfalls korrekt deklariert, kann man sich mit seinem Wagen zur (geschlossenen) Schranke begeben. Dort gibt es dann 3 mögliche Situationen:

1. es gibt keinen Polizisten, die Schranke ist geöffnet und man fährt einfach hindurch.
2. Es gibt einen Polizisten und man händigt ihm einen weiteren Zettel aus (bekommt man vorher an den Bürostellen).
3. Es gibt einen Polizisten und der kontrolliert das Fahrzeug stichprobenartig (gesucht wird nach ‚verbotenen Lebensmittel‘, Waffen, Drogen usw.).

Hat man dann schließlich auch den Polizisten und die Schranke an der Grenze passiert und ist somit aus einem der Staaten ausgereist, kann man sich auf einige Kilometer Niemandsland bis zum nächsten Grenzhäuschen freuen.

Meist befinden sich die chilenische und argentinische Grenze 5-10km von einander entfernt. In diesem Gebiet gibt es meist nichts, außer einer breiten Schlammpiste – keine Schilder, keine Straßenmarkierung.

Irgendwann kommt man dann an den Grenzübergang des Nachbarlandes und das Prozedere beginnt von vorn: zu 3 Bürostellen pilgern, Stempel sammeln, je nach Staat einige Lebensmittel deklarieren und sich von Polizisten evtl. kontrollieren lassen – sprich ‚einreisen‘. Erst wenn man dann die zweite Grenzschranke überschritten hat, ist man erfolgreich von einem ins andere Land gereist.

„Puh, das klingt ja ziemlich kompliziert!“, denkst du dir jetzt vielleicht. Doch keine Angst, solange man alle notwendigen Papiere beisammen hat und ein wenig auf seine Lebensmittel achtet, erwarten einem keinerlei Probleme.

Wir persönlich haben während unserem 1 monatigen Roadtrips durch Patagonien rund 4 mal die chilenische und argentinische Grenze überquert und hatten keinerlei Probleme mit den Zollbestimmungen. Wir haben stets darauf geachtet ‚verbotene‘ Lebensmittel vor der chilenischen Grenze gänzlich zu vermeiden oder sie zu deklarieren und bekamen immer die Erlaubnis Milch, Tomatensauce, Marmelade usw. ‚legal‘ über die Grenze zu transportieren. Unser Wagen wurde insgesamt nur 2 Mal oberflächlich von den Grenzpolizisten kontrolliert – sie interessierten sich dabei eher wenig für den Inhalt des Wagens, als viel mehr für unser buntes Graffiti auf dem Fahrzeug.

Die meisten Mitarbeiter an den Grenzübergängen sprechen ausschließlich Spanisch. Doch auch ohne jegliche Spanischkenntnisse sollte man an den Grenzen keine Probleme bekommen – ein freundliches Lächeln und ein wenig Gestik helfen.

Achtung: bei einem Grenzübertritt in Patagonien ist es verboten zusätzlichen Treibstoff über die Grenzen zu transportieren! Der Treibstoff im Tank des Fahrzeugs ist okay, ein zusätzlicher Reservekanister darf aber nicht gefüllt sein. So wollen die Behörden verhindern, dass die evtl. niedrigeren Treibstoffpreise in einem Land ausgenutzt werden. 

 

für deinen Roadtrip:

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